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Mein Avalon

Avalon (verwandt mit der indogermanischen Wortwurzel aballo für Apfel), auch Avalun genannt, ist ein mystischer Ort, der aus der Artussage bekannt ist. Auch bekannt als Ynis Avalach, was so viel bedeutet wie die Apfelinsel (auf Walisisch = Ynys yr Afallon = Insel der Äpfel). Der Artussage oder Gralsgeschichte nach war Avalon der Aufenthaltsort des Königs Artus nach seiner Verwundung.

Avalon gilt heute als das spirituelle Zentrum um den Kult für die großen Naturgottheiten, vor allem den Archetypen der großen Göttin und des gehörnten Gottes.

Quelle: Wikipedia

Eine Reise durch meine Welt von Avalon

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Glastonbury Abbey

Geschichte

Die Landschaft um Glastonbury herum ist sehr flach, und bis ins späte Mittelalter und die frühe Neuzeit hinein war die Stadt auch fast so etwas wie eine Insel. Aus diesem sumpfigen Boden stehen auch heute noch drei natürliche Hügel heraus: Wearyall Hill, Chalice Hill und am bekanntesten Glastonbury Tor. Es ist anzunehmen, dass hier einmal ein keltisches Dorf gestanden hat, aber die Geschichte des Ortes und der Gegend beginnt erst wirklich mit den Römern, die das Dorf wohl in einen Binnenhafen umwandelten. Das überflutete Land war damals mit Sicherheit beschiffbar, und über den naheliegenden Fluss, den River Brue, war es möglich, über den Kanal von Bristol in die Nordsee zu gelangen.

Glastonbury Abbey: Blick zur St. Mary's Chapel
In den Jahren nachdem die Römer England wieder verlassen hatten, wurde Glastonbury zum Wohnort der wohl ersten christlichen Gemeinde in England, Mönchen der Keltisch-Katholischen (statt Römisch-Katholischen) Kirche. Geographisch gesehen war Glastonbury im Südwesten Englands auch gut vor den Angriffen der noch heidnischen Angelsachsen geschützt. Als die germanischen Eroberer das Dorf endlich im Jahre 658 erreichten, waren sie inzwischen selbst Christen geworden, und Glastonbury wurde unter ihnen zum Sitz eines der bedeutendsten Benediktinerklöster auf den britischen Inseln. Das Kloster selbst wurde später zu einer eindrucksvollen Abtei ausgebaut, und viele Chroniker der Zeit sahen Glastonbury als „das zweite Rom“.

Glastonbury Abbey Bogen
1184 wurden die letzten Teile der keltischen und angelsächsischen Bauten bei einem Feuer zerstört, doch unter dem Einfluss der neuen normannischen Monarchie wurde das Kloster wieder aufgebaut und die Kirchengemeinde von Glastonbury wurde an Ansehen, Wichtigkeit und Reichtum wohl nur von Westminster Abbey in London übertroffen.

Ruine von Glastonbury Abbey
Mit der Auflösung der katholischen Klöster in der Reformation unter König Heinrich VIII. im 16. Jahrhundert verlor auch Glastonbury selbst an Bedeutung. Diejenigen, die sich der Reformation widersetzten, darunter auch Richard Whyting, der letzte Abt von Glastonbury, wurden vom König gehängt und die Besitztümer der Abtei wurden an den Adel übergeben. Um schnellen Profit zu erzielen, schlachteten die Adligen die Gebäude weitgehend aus. Viele der Steine wurden für andere Bauwerke und für den Straßenbau genutzt. Im heutigen Glastonbury erinnert nur noch eine Ruine von Bauten aus dem 12.-15. Jahrhundert an die einst so imposante Abtei.

Glastonbury Abbey
Fast noch wichtiger als die belegbare Geschichte von Glastonbury sind wohl seine fiktive Hintergründe. Am bekanntesten ist wohl die Verbindung mit dem legendären König Artus („King Arthur“), wie sie von der mittelalterlichen Literatur gefeiert wurde. Am Ende des wohl bedeutendsten Artusromans auf mittelenglisch, dem „Morte Darthur“ von Sir Thomas Malory, wird der Tod von Artus beschrieben. Der verwundete König lässt einen der überlebenden Ritter, Sir Bedivere, sein Schwert Excalibur in den See werfen, bevor er dann auf einer Barke ins mystische Reich von Avalon segelt, um eines Tages zurückzukehren. Etwas später trifft der Ritter auf einen Eremiten, der behauptet, den Leichnam von Artus beerdigt zu haben. An dieser Stelle wird ein Schrein und später auch ein Kloster errichtet. All dies soll sich in der Gegend um Glastonbury zugetragen haben. Bedivere soll das Schwert von der Pomparles Brücke in die Brue geworfen haben; laut keltischer Überlieferung soll es von Glastonbury aus möglich sein, in die „Fairy“ Welt von Avalon zu kommen (im keltischen “Annwn” genannt), eine Geschichte die auch im Marion Zimmer Bradley-Roman „Die Nebel von Avalon“ beschrieben wird; das Grab von König Artus soll in der Abtei von Glastonbury zu finden sein.

The Glastonbury stone at St. Mary's Episcopal Cathedral in Memphis, Tennessee. Text on sign reads "This is a part of one of the columns of the ancient abbey of Glastonbury, England, the 'Avalon' of Tennyson's Idylls of the King, the place where, it is said, Joseph of Arimathea preached the first Christian sermon in England."
Vieles ist natürlich nur Spekulation und Legende, aber die Mönche von Glastonbury sollen im 12. Jahrhundert tatsächlich das Grab von Artus und seiner Frau Guenivere gefunden haben. Während der Bauarbeiten an der neuen Abtei, wurde im Boden ein Grab mit einer Steinplatte gefunden, auf der sich ein bleiernes Kreuz befand. Auf dem Kreuz war zu lesen: “HIC IACET SEPULTUS INCLITUS REX ARTHURIUS IN INSULA AVALONIA“ (Hier liegt begraben der berühmte König Artus auf der Insel Avalon). Im Grab selbst sollen die Mönche dann die Gebeine eines Mannes und einer Frau (mit blonden Haaren!) gefunden haben. Glastonbury wurde daraufhin zu einer wichtigen Pilgerstätte. Viele kritische Historiker meinen jedoch, dass das Grab von Artus eine Erfindung der Mönche war, um den Wiederaufbau der Abtei zu finanzieren. Der Schrein und auch die Knochen des angeblichen Artus wurden jedenfalls in der Reformation zerstört, und auch von dem Kreuz verliert sich ab dem 18. Jahrhundert jede Spur. Fälschung oder nicht, wir wissen jedenfalls wie es ausgesehen haben soll, denn im Jahre 1607 wurde durch William Camden eine Zeichnung der Vorderseite angefertigt. Einige der heutigen Historiker sind aber weniger kritisch im Bezug auf die Mönche. Archäologische Analysen der Grabstätte in den 60ern Jahren deuten darauf hin, dass hier wirklich einmal jemand beerdigt wurde – selbst Teile eines Steinsarges wurden gefunden! Es ist daher möglich, dass die Mönche wirklich geglaubt hatten, das eigentliche Artusgrab entdeckt zu haben. Von wem aber das bleierne Kreuz stammt, bleibt aber weiterhin unklar.

Glastonbury Tor
Glastonbury Tor, ein Hügel im Nordosten der Stadt, ist fast so etwas wie ein Wahrzeichen für Glastonbury. Auf dem Tor befindet sich ein mittelalterlicher Festungsturm (vielleicht auf ein Teil einer alten Kirche), der St. Michael’s Tower, der aber derzeit restauriert wird und daher leider nicht sehr ästhetisch wirkt. Der Name „Tor“ bezieht sich aber entgegen vieler Meinungen aber auf den Hügel und nicht auf das Bauwerk. Von hier aus hat man einen imposanten Blick auf Glastonbury und das Umland.

Der Hügel mit dem Glastonbury Tor

 

Nur der Hügel mit dem Tor ragt aus dem Nebel

Symbol der Erdschlange

Für die Kelten war der Tor der Eingang zur Anderswelt.  Noch heute kann man den spiralförmigen Pilgerpfad, der sich rund um den Hügel windet, zur Turmruine auf dem Tor hinaufsteigen. Er soll vor etwa 2500 Jahren angelegt worden sein, als die Kelten nach Britannien kamen.

 

 


Glastonbury - Keltisches Kreuz

Glastonbury Abbey1908 wurde die Ruine von der anglikanischen Kirche gekauft und auch vor dem weiteren Zerfall geschützt. Der Eintritt ist gebührenflichtig, enthält aber eine recht ausführliche Audiotour sowie eine Austellung über die Geschichte von Glastonbury und der Abtei. Hier sind auch weitere Ausgrabungsfunde ausgestellt. Vorsicht bei der Besichtigung der Grabstätte von König Artus! Das was aussieht wie ein Grab, ist eigentlich der Standort des mittelalterlichen Schreins. Das angebliche Grab befindet sich im Friedhof der Abtei und ist nicht direkt gekennzeichnet. Im Garten kann auch der oben beschriebene Dornbusch besichtigt werden.I


Lage des Artusgrabes im Mittelalter

Das Grab von König Artus

Eine andere Legende besagt, in Glastonbury habe sich der in der Historie nicht nachzuweisende König Artus und die Ritter seiner Tafelrunde um den wieder ausgegrabenen Gral versammelt. Um dieses heiligste Zentrum des Reiches wurde von der frühen Christen eine kleine Kirche gebaut und im Laufe der Jahrhunderte entstand an ihrer Stelle die Benediktinerabtei, die 1184 durch ein Feuer zerstört wurde.

 

 


Skizze des Artuskreuzes - Nach der Zeichnung von William Camden

Im Jahr 1191 suchten die heimatlos gewordenen Mönche auf Veranlassung Heinrich II nach dem Artus - Grab. Diese Maßnahme sollte auch die aufmüpfigen Waliser eines Besseren belehren, die sich in dem Glauben zusammengerottet hatte, Artus sei gar nicht tot und würde nach Avalon zurückkehren, um Wales zu befreien.

Man fand bald auch die Skelette eines überaus großen Mannes und einer Frau mit unverkennbar blondem Haar. Der Sage nach wurde hellhaarige Guinevere als Strafe für ihren Ehebruch mit dem Ritter Lancelot zu Arturs Füssen bestattet.

Das Grab von König Artus und seiner Frau soll durch ein Bleikreuz mit der lateinischen Aufschrift *HIC IACET SEPULTUS INCLYTUS REX ARTURIUS IN INSULA AVALONIA* hier auf der Insel Avalon liegt der berühmte König Artus begraben, unschwer zu identifizieren gewesen sein. 

 

 


Ein Dornbusch auf dem Wearyall Hill

Weitere Dornbüsche sind auf Wearyall Hill zu finden. Der Weg dorthin ist nicht durch Schilder gekennzeichnet, und man sollte daher im Touristikbüro auf der High Street nach einer kostenlosen Landkarte fragen. Der Standort des ursprünglichen Baums ist mit einer Steintafel vermerkt.

Mit der Artuslegende ist auch die Geschichte des Heiligen Grals verbunden, dem Becher, in den nach der Kreuzigung das Blut von Jesus Christus geflossen ist. Joseph von Arimathea soll nach dem Tod Jesu den Gral nach England gebracht und in Glastonbury versteckt haben. Einige Legenden behaupten sogar, dass Jesus in seiner Jugend mit seinem Onkel England selbst auf einer Handelsfahrt besucht habe. Diese Idee wird im englischen Kirchenlied „Jerusalem“ gefeiert, mit den Worten „And did those feet in ancient time, walk about England’s mountains green”. Mit „those feet“ sind die Füße von Jesus gemeint. Weiterhin soll Joseph nach seiner Ankunft in Glastonbury auf dem Wearyall Hill seinen Wanderstab in den Boden gesteckt haben, worauf der Stab sich dann in einen Dornbusch („Thorn Tree“) verwandelt haben soll. Ableger dieses Baumes sind immer noch auf dem Hügel sowie im Garten der Abtei zu finden. Das Besondere an diesen Bäumen ist, dass sie im Dezember noch einmal in Blüte stehen. In der Tat handelt es sich hier auch um keinen heimischen englischen Baum, sondern um ein Gewächs, welches vor allem in Syrien zu finden ist. Bestätigt dies also die Legende von Joseph und dem Gral? Oder handelt es sich nur um ein Exemplar, welches von einem Kreuzzug oder einer Pilgerschaft aus dem Heiligen Land mitgebracht wurde?

Blood Spring
Am Fuße des Chalice Hill, auf direktem Weg zwischen Innenstadt und dem Glastonbury Tor, befindet sich Chalice Well. Dies ist eine Quelle, deren Wasser angeblich Heilkräfte besitzt. Der heilige Mann aus Arimathea soll auf seiner Reise in den kühlen Norden auch den Kelch mitgebracht haben, aus dem Jesus beim letzten Abendmahl mit seinen Jüngern getrunken und in dem er das Blut des Gekreuzigten aufgegangen haben soll. Das Gefäß  habe Joseph am Fuß des Glastonbury Tores einem 210 Meter hohen Hügel, schließlich vergraben, worauf die -BLOOD SPRING; die sogenannte Blutquelle (das Wasser hat eine rotbraune Farbe) sprudelte, die noch heute zu sehen ist. Dort sei er auch an Land gegangen, als er mit dem Schiff aus Judäa kam. . Die Quelle war schon im Mittelalter bekannt, und wird in einigen englischen Gralsromanen erwähnt. Der Garten und die Quelle gehören dem Chalice Well Trust, einer religiösen Gruppe, die sich als die Hüter des Wassers sehen.

Chalicewell - Vesica Piscis
Vesica Piscis

Der Deckel der sechseckigen Brunnenkammer, in der einst der heilige Gral versteckt worden sein soll, ist mit dem geheimnisvollen Vesica Piscis symbol verziert. Das uralte Symbol zweier ineinander greifender Kreise ist ein universelles, welches die Vereinigung von Himmel und Erde, Geist und Materie, bewusst und unbewusst, sowie maskulin und feminin repräsentiert.
Das Symbol trägt eine für den Menschen bedeutende Botschaft. Es ist die Botschaft, die Vision von Einheit und liebevoller Sorge für die Erde mit all ihren Lebensformen in unserem alltäglichen Leben zu verwirklichen.

Vale of Avalon
Glastonbury in der Grafschaft Somerset, im Süden Englands, ist eine magische Stätte. Bizarr ragt die berühmteste Ruine des Inselreiches, der Turm einer ehemaligen Kirche, in den Himmel und zeugt noch heute von der Schönheit der einstigen Abtei. Heidinische Legenden, keltische Sagen und christliche Überlieferungen prägen Stadt und Landschaft. Eins war Glastonbury eine im Marschland gelegene Inselgruppe. Umhüllten hier die Nebel von Avalon das Reich des König Artus? Lag hier die Anderswelt der Kelten, bevor im Mittelalter Mönche der Abtei das Feuchtgebiet entwässerten und trockenlegten? Glastonbury ist Englands mythisches Zentrum. Die Menschen der Steinzeit verehren hier, auf geheiligtem Boden, eine kosmische Muttergöttin, eine Gestalt, die als fruchtbare  und furchtbare Mutter das weibliche Urprinzip verkörperte: Anima, wie es der Psychoanalytiker C.G.Jung benannte. Später nannten die Kelten die Hügel von Glastonbury Yns Avallach - die Apfelinsel - oder auch Avalon.

Mittelalter zum Wohnen: Das George & Pilgrims Hotel

Bis auf die alte Abtei sind leider nur noch wenige Bauwerk aus dem Glastonbury des Mittelalters erhalten geblieben. Auf der High Street gibt es aber noch das sogenannte Tribunal, ein Kirchengericht aus dem 14. Jahrhundert. Heute beherbergt es ein kleines Museum für Funde aus der Eisenzeit, sowie auch das Touristikbüro. Auf der gleichen Straße befindet sich auch das George & Pilgrims Hotel, dessen Hauptgebäude ebenfalls im späten Mittelalter erbaut wurde.


Der bekannteste Ort, wo die Tore zur Anderswelt noch offen sind, ist Inis Vitrin, die gläserne Insel, England. Damals wurde sie Avalon genannt und Mythen und Sagen ranken sich um diesen wundervollen Ort.

Das magische Tor und die gesamte Umgebung (siehe Skizze) war mit einem Ring aus Nebel durchzogen. So war das Reich der heidnischen Priester und Priesterinnen von der Außenwelt getrennt. Selbst die Mönche der daneben liegenden Abtei konnten nicht durch den dichten Nebel hindurchdringen.

 

Druide

 


Druide mit dem mythischen Vogel, 

einem Raben

Druiden - Akademie

In den Überresten der Moorsiedlungen aus der Eiszeit entdeckten die Archäologen Boote, mit denen die Bewohner ihre Siedlungen auf dem von Wasser umgebenen Land erreichen konnten. Das keltische Volk, das Avalon als die Anderswelt betrachtete, errichtete dort eine Druiden - Akademie. Hier wurden die Auserwählten in die Geheimnisse der Druiden eingeweiht und von dort stammen die Heiligen und Märchenwesen, Naturgeister und Zauberer wie Merlin und die Fee Morgane, die Schwester des sagenumwobenen Königs Artus. Ihr Reich war auch die Domäne der Kelten, denen die Sagen mehr galten als die Wirklichkeit. S ist es nicht verwunderlich, wenn medial begabte Menschen bis zum heutigen Tag von einem Experiment des Zauberers Merlin berichten, der in alten Zeiten Überlebende auf der Katastrophe von Atlantis mit dem neuen Volk der Kelten verbinden wollte. Damit sollte dem Strom archaischer Weisheit ein neuer Weg bereitet werden. 

Welt der Druiden - Das Tor - Druiden-Akademie

Avalon

Avalon wird als ein im „Nebel verborgener“ Ort in Britannien beschrieben. Die Ankunft auf Avalon ist nur Eingeweihten möglich, welche die Macht haben, die heilige Barke zu rufen, und den Weg durch die Nebel finden. Alle anderen erreichen die Abtei von Glastonbury. Als „Übergangspforte“ wird im Volksglauben oft auch der Glastonbury Tor angesehen. Der Ort Glastonbury in England erhebt daher den Anspruch, das sagenhafte Avalon zu sein. Man kann dort, sozusagen als Beweis, das angebliche Grab von König Artus und seiner Gattin Guinevere besichtigen, ebenso wie weitere Gräber anderer Heiliger.

In Kroatien nahe Split wurden Grabplatten eines Lucius Artorius Castus gefunden. Daraus ließen sich seine Taten und die Bezeichnung König von Britannien entziffern, was gewisse Übereinstimmungen mit der Personalie von König Artus ergibt.

Ferner gibt es Überlieferungen verschiedener Kulturen, die eine Insel, bzw. einen Kontinent im Atlantischen Ozean erwähnen. Die Gallier, Iren, Waliser und Kelten der britischen Inseln glaubten, dass ihre Vorfahren von einem Kontinent stammten, der im westlichen Meer versunken sei. Die Kelten und Waliser nannten ihn „AVALON“. In den Schriften der Inder, den PURUNAS und dem MAHABHARATA ist „ATTALA“ erwähnt, die „weiße Insel“, ein Kontinent im westlichen Ozean. Die Azteken glaubten, dass ihre Ahnen einst von „AZTLAN“ kamen, einer Insel im östlichen Ozean. In Mexiko wird von einer Insel namens „AZTLAN“ und „AZATLAN“ u.a. berichtet.

Vieles von Avalon deutet also auf das versunkene Atlantis hin, das laut Platon, durch einen Meteoriteneinschlag „während eines einzigen schlimmen Tages und einer einzigen schlimmen Nacht“ im Meer versank und dessen Ruinen heute nicht mehr aufzufinden sind, da "...das Meer dortselbst unbefahrbar geworden und nicht zu durchschiffen, weil der sehr hoch liegende Schlamm, den die Insel bei ihrem Untergang verursachte, dies verhindert.“ (Platon) In den Theorien um das versunkene Atlantis glaubt man dessen Ruinen im heutigen Bermuda-Dreieck

Bild: Avalon-Tarot, Neue Erde, 1997

Merlin

  

Merlin ist einer der bekanntesten sagenhaften Zauberer. Er war der Lehrer von König Artus und wahrscheinlich die Schöpfung von Geoffrey von Monmouth, der ihn in seinem Werk „Historia Regum Britanniae(lat. Geschichte der britischen Könige) 1136 erstmals auftreten lässt (Artus-Sage). Der Legende nach war Merlin der mächtigste Zauberer der Welt (nicht zu verwechseln mit Magier, diese nahmen eine weitaus geringere Position im frühen Mittelalter ein).

Es verschmolzen in ihm zwei in der inselkeltischen Mythologie verankerte Figuren: der Dichter-Prophet („fili“ genannt) „Myrddin Lailoken“ und „das vaterlose Kind“, der jugendliche Seher „Ambrosius“.

Er ist Sohn eines Incubus, eines gefallenen Engels, und einer Demetierprinzessin und Klosterfrau, eines Königs oder eines Gottes. In anderen Erzählungen wird er von der kornisch-keltischen Naturgöttin Mab erschaffen. Er ist als Opfer für Vortigerns Festung vorgesehen, verblüfft jedoch den Usurpator und seine Druiden mit seiner Wahrsagergabe und indem er die Ursache für das Scheitern eines Festungsbaus von Vortigern (Castel Gwrtheyrn) in den walisischen Bergen erklärt: In einem See unter der Festung schlafen ein roter und ein weißer Drache. Als der See trockengelegt wird, erwachen die Drachen und beginnen zu kämpfen. Der rote Drache steht für Britannien und der weiße Drache für die Sachsen, die in Britannien eingefallen sind (oder auch für Wales und England nach einer anderen Deutung, siehe unten). Schließlich siegt der rote Drache, der heute noch das Wappentier von Wales ist.[1] Unter anderem sagt Merlin das Kommen von Artus und seinen Taten voraus. Nach Geoffrey von Monmouth wird auch die Entstehung von Stonehenge durch die Zauberkräfte Merlins bewirkt: Für Uther Pendragon, den Vater von Artus, versetzte Merlin einen Steinkreis von Irland in die Ebene von Salisbury als Grabmal für die Ritter, die im Kampf gegen die Sachsen gefallen waren.[1]

Eine der Figuren, die in die Figur des Merlin einflossen, war der walisische Barde Myrddin, der die Gabe der Wahrsagung erhalten haben soll, als er während der Schlacht von Arfderydd 573 den Verstand verlor, in die Wälder rannte und dort mit einem Apfelbaum sprach, der ihm Nahrung und Weisheit lieferte. Diese Geschichte erzählt auch Geoffrey von Monmouth in seiner Vita Merlini (um 1150) nach älteren walisischen Gedichten.

In der Artussage soll er an der Zusammenkunft von Artus' Eltern beteiligt gewesen sein, er leitet den Helden an und gibt ihm den Auftrag, den Heiligen Gral zu suchen, in manchen Darstellungen soll er auch Artus Schwert Excalibur in den Stein gesteckt haben. Von seiner Geliebten, die in manchen Darstellungen mit der Dame vom See gleichgesetzt wird, wird er, nachdem er ihr alle seine Geheimnisse verraten hat und sie selbst zaubern kann, in einem unsichtbaren Gefängnis gefangen gehalten oder in eine Eiche verwandelt. Er ist nie auf "natürliche" Weise gestorben, sondern wurde, wie auch Artus, in eine Anderswelt entrückt oder er residiert noch heute in einem Palast auf dem Meeresgrund.

Merlin werden positive Eigenschaften zugeschrieben. Seine Person markiert in den manchen der uns heute ausschließlich bekannten christlichen Darstellungen den Bruch mit dem alten keltischen Glauben, denn während er selbst ein der Magie Kundiger bleibt (schließlich wird er manchmal als Druide dargestellt), wird er zugleich zum Bringer des Christentums – ein Symbol für die Epoche der Christianisierung, in der diese Sagenwelt festgeschrieben wurde. Eines seiner Vorbilder, der walische Barde Myrdin Wyllth, soll der erste getaufte Barde gewesen sein. Myrdin Wyllth wurde in einem Bardenverzeichnis des Dichters Taliesin erwähnt, der selbst eine Vorlage für Merlin gewesen sein könnte. Merlin wurde oft auch gleichgesetzt mit Aneirin oder Gwydion mâb Dôn.

Die Herkunft des Namens wird teilweise auf einen hypothetischen Titel des höchsten britischen Druiden, benannt nach dem gleichnamigen auch in Großbritannien heimischen Falken (siehe Merlin (Vogel)) oder auf die Umbenennung Myrddins in Merlin zur Vermeidung von Ähnlichkeiten mit dem französischen merde zurückgeführt.

Merlins Prophezeiungen, wie zum Beispiel über den Untergang der Welt, erlangten solche Bedeutung, dass das Konzil von Trient sie 1563 verbot. Auch Jeanne d' Arc war bei ihrem Prozess 1431 die Frage gestellt worden, ob sie an diese Prophezeiungen glaube. Ebenfalls von Merlin stammt eine Prophezeiung über einen Kampf zwischen einem weißen und einem roten Drachen - der rote Drache gewinnt am Schluss - die vielfach als Prophezeiung über den Kampf der Waliser gegen die Engländer gedeutet wird (siehe Flagge von Wales).

Die Figur Merlins wird in der Literatur (Wieland, Goethe, H. Heine, Edwin Arlington Robinson, C. S. Lewis) und in zahlreichen Filmen thematisiert. Auch in den Harry-Potter-Romanen taucht er auf: Er ist nicht nur auf einer der Schokofrosch-Sammelkarten zu sehen, sondern wird auch oft mit Harry Potter oder dessen Direktor und Mentor Dumbledore verglichen – auch wenn es logischerweise viele Unterschiede in Handlungsweise und Philosophie gibt. Stephen King bezieht sich in seinem Opus-Magnum "Der Dunkle Turm" in großem Maße auf die Artussagen unserer Welt. In seinem Buch fällt der Hauptfigur Roland Deschain die Position des Guten zu während sein größter Widersacher in der Jugend der böse Zauberer Marten (abgeleitet von "Merlin") ist. In dem Buch "Avalons Rückkehr" von Stephen Lawhead kehrt Merlin in die jetzige Zeit zurück und bildet seinen "neuen" König Arthur aus. Es gibt aber auch eine Buchreihe von T. A. Barron, die von der Jugendzeit Merlins handelt. Des weiteren gibt es in der 10. Staffel der Sci-Fi Serie Stargate – Kommando SG-1 einen Alien-Charakter, welcher in der Serie der "echte" Merlin ist (ein Antiker, der in der Zeit König Artus als Merlin auf der Erde gelebt hat).

In Marion Zimmer Bradleys Zyklus Die Nebel von Avalon ist Merlin im Gegensatz zum restlichen Sagenschatz ebenfalls (s.o.) kein Name, sondern eine Art Titel. So lautet bei ihr die vollständige Bezeichnung: "Taliesin, Merlin von Britannien".

Quelle: Wikipedia, Bild: Avalon-Tarot, Neue Erde, 1997

 

 

Stonehenge

Merlin, der persönliche Berater des legendären König Arthurs. Ich möchte an dieser Stelle erst einmal nicht zu tief eindringen in die geheime Welt der alten Druiden und des alten Merlins.
Der alte Name Merlins war Mirddryn. So war auch einer der ersten Namen Groß Britanniens, Mirddryn´s Place. Keltologen vermuten, das Mirddryn eine Namensverwandtschaft mit dem Gott Midyir ist. Aus diesem Namen haben wir auch ein Namensspiel weitergeführt und diese Seite somit Midyir´s Place genannt. Aber nun zu einer schönen alten Geschichte.

Wusstet Ihr das eine Theorie über die Erschaffung von Stonehenge die ist, das Merlin es erschaffen hat? Angeblich stand der Steinkreis zuerst nicht an seinem derzeitigen Ort. Die Legende besagt, das die Firbolg, die Riesen, den Kreis in Irland aufgestellt hatten. Es heißt das sie ihn als eine Art Heilungsplatz oder Tempel benutzen. Die verwundeten Firbolg setzten sich vor die Steine, und andere ließen Wasser am Stein hinunterlaufen. Dieses Wasser nahm dann die heilige Energie auf, die den Firbolg half sich zu heilen. 

Nach dem verschwinden der Riesen, wohnte dann eines Tages eine alte Frau neben dem Steinkreis. 

Nachdem die Frau einige Jahre lang glücklich dort gelebt hatte, kam dann Merlin mit seiner Folgschaft an Land der Insel. Er redete mit der Frau und bat sie um Erlaubnis die Steine aus Irland fortschaffen zu dürfen. Er wollte sie nach England bringen, um sie dort über dem Grab des alten Königs Vortigern aufzustellen. Die Frau willigte ein. 
Böse Zungen munkeln hier, das der Teufel ein Geschäft mit Merlin abschloss. Ich denke aber das diese Theorie etwas banal ist, da der Teufel ja eine Gestallt der Kirche ist. Erstens war Merlin Druide, und zweitens ist die Gestallt des Teufels ja vom keltischen Gott Cernunnos gestohlen. Interessant wird diese Theorie allerdings wenn man sich überlegt, das Merlin vielleicht sogar mit diesem Cernunnos, dem Gott der Tiere und der Natur, einen Pakt geschlossen hat. Na ja, das aber nur nebenbei.

Auf jeden Fall zerlegte Merlin nun den Steinkreis mit Hilfe seiner Magie, und brachte ihn nach England. Ob er die Steine dorthin teleportierte, oder er sie nur auf die Schiffe verladen hatte, darüber streiten sich die Legendenerzähler. 

In England angekommen erbaute Merlin Stonehenge dann aber neu über dem Grabe des Königs.

 

 

 

Morgan le Fay

          

auch bekannt als Morgaine, Morgain oder Morgana und unter weiteren Namen, wie z.B. im Mittelhochdeutschen: Feimorgan oder Famurgan, ist eine wichtige weibliche Figur in der Mythologie um König Artus (Artussage) – zeitweise sogar Antagonistin von Artus und Gegnerin von Guinevere.

Im 12. Jahrhundert wird Morgana in der lateinischen Vita Merlini (Leben Merlins) als die älteste von neun Schwestern genannt, die Die glücklichen Inseln oder Die Apfelinseln (vgl. Garten der Hesperiden) regieren. Von Geoffrey von Monmouth wird sie präsentiert sowohl als Heilerin als auch als jemand, der sich in unterschiedliche Gestalten verwandeln konnte. Geoffrey folgend, haben spätere Schriftsteller wie Chrétien de Troyes das Thema dahingehend erweitert, dass Morgan Artus auf der Insel Avalon pflegt und heilt.

Morgan war die Tochter von Artus' Mutter Igraine und ihrem legitimen Ehemann, Gorlois, Herzog von Cornwall; also war Artus, der außerehelich gezeugte Sohn von Uther Pendragon und Igraine, ihr Halbbruder. Morgan hat zwei Schwestern, Morgause und Elaine, beide Töchter von Igraine und Gorlois. Moderne Interpretationen der Artussage geben Morgan oft die Rolle als Artus' Verführerin und Mutter des bösen, aus dem Geschwisterinzest hervorgegangenen Mordred (auch Gwydion), obwohl dies ursprünglich (zum Beispiel in Thomas Malorys Le Morte d'Arthur) Morgause war. (Der Legende folgend, wuchs Mordred abseits von Artus' Hof heran, tötete seinen Vater und gab der Artussage damit den Schluss.)

Der Legendenkreis der Vulgata findet Morgan in gutem Einvernehmen mit Artus, aber in Streit mit Guinevere, weil sie eine Beziehung mit einem ihrer Liebhaber beendete. Andererseits versuchte sie Lanzelot zu verführen und seine Affäre mit der Königin öffentlich zu machen, beides wohl durch magische Mittel. In der Tristan-Erzählung (siehe Tristan und Isolde) brachte sie ein magisches Trinkhorn an König Artus' Hof, aus dem keine untreue Frau trinken konnte, ohne etwas zu verschütten.

Dem Legendenkreis der Vulgata zur Artussage folgend, gibt Malory ein Motiv für Morgans Streit mit Artus, dass er einen ihrer Liebhaber getötet habe. Durch Magie und tödliche Mittel versucht sie seinen Fall herbeizuführen, am bekanntesten, wenn sie für ihren Liebhaber Accolon das Schwert Excalibur besorgt, damit er Artus in einem Zweikampf damit töte. Nach dem Misserfolg wirft Morgan Excaliburs schützende Schwertscheide in einen See.

Am Ende der Erzählung Sir Gawain und der grüne Ritter, wird es offenbar, dass die gesamte Geschichte von Morgan angestiftet wurde als Test für Artus und seine Ritter.

Morgan le Fay wird manchmal gleichgesetzt mit Morrigan aus den keltischen Mythen.

Quelle: Wikipedia

König Artus

 

Die Artussagen dürften folgendermaßen entstanden sein: Im späten 5. Jahrhundert flüchteten viele Briten vor der Sachseninvasion auf das Festland, in die heutige Bretagne, und übten Einfluss auf die Kultur der bisherigen Bewohner aus. Um 1066 kamen die Bretonen mit den normannischen Eroberern nach England, wodurch die national-britische Tradition wieder belebt wurde. Die insel- und festlandkeltischen Traditionen verdichteten sich dann im späten 11. Jahrhundert zu einer einzigen Sagengestalt, die Geoffrey von Monmouth weiterentwickelte.

Der anglonormannische Dichter Wace schrieb eine Reimchronik (Roman de Brut) über die „Geschichte Britanniens“ in altfranzösischer Sprache, die auf dem Werk des Geoffrey of Monmouth basiert und erweiterte sie um einige fantasievolle Motive, wie zum Beispiel die Tafelrunde oder die Entrückung Arthurs nach Avalon. Zumindest Letzteres war keine neue Idee: Reisen von lebenden Personen in eine andere Welt waren ein fester Bestandteil der keltischen Mythologie.

Wace erzählt über Arthurs Leben Folgendes: Arthur war der Sohn von Uther und Igraine und wurde mit 15 König von England und Wales. Seine Ritter versammelte er an einem runden Tisch, um Rangstreitigkeiten zu vermeiden. Gegen die Sachsen führte er zahlreiche erfolgreiche Abwehrschlachten und gegen Irland, Island, Norwegen und Gallien Eroberungskriege. In Gallien besiegte er den römischen Tribun Frollo und hielt in Paris Hof. Er heiratete Guinevere, eine Tochter aus einer edlen römischen Familie. In der „Stadt der Legionen“ (Carlion) hielt er einen Hoftag für ganz Europa ab. Wegen seiner Angriffe auf das römische Imperium wurde er von Rom herausgefordert und erschlug auf dem Weg dorthin den Riesen vom Mont St. Michel. Die entscheidende Schlacht gegen die Römer gewann er bei Saussy. Beim Zug nach Rom erhielt er die Nachricht, dass sein Neffe Mordred daheim die Herrschaft übernommen und die Königin in seinen Besitz gebracht hatte. Arthur kehrte zurück und gewann zwei Schlachten gegen Mordred, bei der dritten fiel Mordred und Arthur wurde lebensgefährlich verwundet. Er wurde zur Genesung auf die Insel Avalon gebracht. Was den Tod Arthurs betrifft, hielt sich Wace an die Mythologie von Merlin, dem Zauberer: Er zweifle am Tode Arthurs.

Später wurden die Sagen um König Artus mit anderen Sagen (u. a. der Gralssage) verknüpft und entwickelten sich von einem Lebensbericht eines möglicherweise realen Mannes zu einer Sammlung von Heldentaten und der Beschreibung eines idealen Königs, wie ihn sich viele wünschten.

Einige Versionen unterscheiden sich in der Schilderung sittlichen Verhaltens. Während in der vornehmen Fassung Artus das Kind Uthers und seiner Frau ist, Mordred der Neffe Artus’ und Lancelot Guinevere einfach nur verehrt (Minne), besucht Uther in der vulgären Fassung die Frau eines Herzogs in dessen Gestalt, Lancelot und Guinevere begehen Ehebruch und Mordred (manchmal auch Lancelot) ist der Sohn Arthurs und seiner Schwester Morgan le Fay.

Am Endpunkt der Ausschmückungen stellte sich die Sage etwa so dar: Artus wurde als Säugling von Merlin von seinen Eltern weggeholt und von Merlins Freund Antor zusammen mit dessen Sohn Kay erzogen. Artus hält sich für den Sohn Antors. In Roberts de Boron Merlin, später gefolgt von Thomas Malory, erhielt Artus den Thron, nachdem er ein Schwert aus einem Stein oder einem Amboss gezogen hatte. In diesem Bericht konnte diese Tat nur durch den „wahren König“ vollzogen werden, was den vorausgesagten König und wahren Erben von Uther Pendragon bedeutete. Dieses Schwert war vermutlich das berühmte Schwert Excalibur und seine Identität wurde später in der so genannten Vulgate Merlin beschrieben. In der Post-Vulgate Merlin’s Continuation steht jedoch geschrieben, dass Excalibur von einer Hand, die aus einem See kam, entgegengenommen wurde und es Artus von einer jungfräulichen Zauberin kurz nach seinem Regierungsbeginn gegeben worden war. Diese durch spätmittelalterliche Schriftsteller verfasste Geschichte von der Herrin vom See machte die Artuslegende noch konfuser. In dieser Post-Vulgata-Version konnte die Klinge durch jedes Material schneiden und seine Scheide machte den Träger unsichtbar, nach anderer Überlieferung unverwundbar. Gegen den Rat Merlins, der Unglück voraussieht, heiratet Artus Guinevere, die manchmal die Tochter des Königs eines Nachbarreiches ist.

In den Versionen der Sage, die mit dem beginnenden 12. Jahrhundert populär wurden, ruft Artus die Ritter der Tafelrunde zusammen (Iwein, Erec, Lancelot, Gawain, Galahad und andere). An seinem Hof, der am häufigsten in Camelot gehalten wird, können auch der Zauberer Merlin und Parzival gefunden werden. Diese Ritter beschäftigen sich mit fabelhaften Suchen, wie zum Beispiel der nach dem Heiligen Gral, oder der Jagd auf das „Questentier“ Glatisant. Andere Geschichten aus der keltischen Welt wurden mit Artus assoziiert, wie die Sage von Tristan und Isolde. Merlin beschützt ihn bei all seinen Unternehmungen, bis er von seiner Geliebten zurückgehalten wird (Siehe Merlin). Danach werden fast keine Großtaten König Artus’ mehr berichtet. Die Romanze zwischen Artus’ Held Lancelot und der Königin Guinevere ist der zentrale Grund für den Fall der Welt Artus’: Guinevere soll wegen eines Ehebruchs mit Lancelot (nach anderen Angaben, weil sie einem der Ritter angeblich einen vergifteten Apfel geschenkt hatte) auf dem Scheiterhaufen hingerichtet werden. Lancelot befreit sie und tötet dabei zwei Brüder Gawains, der zuvor ein guter Freund Lancelots war. Dieser schwört Rache. Obwohl sich Artus später wieder mit Guinevere versöhnt, verfolgt sein Heer auf Gawains Drängen hin den aus der Tafelrunde ausgestoßenen Lancelot. Gawain verzeiht Lancelot, da dieser ihn in einem Zweikampf besiegt und ihn dennoch nicht tötet. Trotzdem ist die Krise noch nicht zu Ende. Artus erhält Nachricht, dass Mordred mit dem Vorwand, Artus sei tot, Guinevere zur Frau genommen hat und sich nun „König Britanniens“ nennt. Artus kehrt nach Hause zurück. Schließlich tötet er Mordred in der Schlacht von Camlann, ist aber selbst tödlich verwundet. Er bittet einen der letzten Ritter, die noch am Leben sind, sein Schwert, das er von der „Dame vom See“ erhalten hat, dieser zurückzugeben, was der Ritter, nachdem er mehrmals versucht hat, Artus zu belügen und das Schwert zu behalten, auch tut. Dann wird Artus von drei Priesterinnen der Andersweltinsel Avalon abgeholt. Ob er dort stirbt oder überlebt, wird in den meisten Sagen nicht näher erklärt.

Lange Zeit glaubten jedenfalls die Briten – und nicht nur sie – an eine Wiederkehr Arthurs (vergleiche Friedrich Barbarossa). Arthur war ein Idol der Waliser, die gegen die Engländer rebellierten.

Und im 12. Jahrhundert noch fragte der Gelehrte Alanus:

„Wo ist ein Ort innerhalb der Grenzen des Christenreiches,
zu dem die beflügelten Lobpreisungen des Briten Artus
noch nicht gelangt sind?
Geht und verkündet, dass Artus tot sei. Ihr werdet kaum
unbeschädigt davonkommen, ohne von den Steinen eurer Zuhörer
zerschmettert zu werden“.
 
Bild: Avalon-Tarot, Neue Erde, 1997

Artus - Identifikationsversuche

Von vielen Forschern wird bezweifelt, dass Artus überhaupt existierte, und tatsächlich werden sich in diesem Fall kaum jemals etwas anderes als mehr oder weniger plausible Hypothesen aufstellen lassen. Es gibt aber mehrere Ansätze, mit denen die Figur des Artus oder zumindest einzelne Aspekte seiner Geschichte in die reale Geschichte eingebunden werden; es ist dabei wahrscheinlich, dass mehrere historische und sagenhafte Persönlichkeiten zu der Figur des „Artus“ verdichtet wurden.

Nach dieser Deutung könnten die folgenden historischen Personen zur Entstehung der Sagengestalt „Artus“ beigetragen haben:

Weiteres zu diesen Personen unten.

Höchst unwahrscheinlich ist, dass der oder ein „Artus“ den Titel „König“ trug; in den frühesten Erwähnungen und walisischen Texten wird auch einem der möglichen Vorbilder für König Artus, Enniaun Girt (siehe unten), nie der Titel „König“ gegeben. Hochmittelalterliche walisische Texte bezeichneten ihn normalerweise als Amerauder („Imperator“). Das keltische Krönungsritual, bei dem, wie Gerald von Wales (12. Jahrhundert) berichtet, eine weiße Stute geschlachtet und zu einer Suppe, in der der künftige König baden musste, gekocht wurde, kommt ebenfalls in der Artussage nirgends vor.

Das Motiv des aus dem Stein gezogenen Schwerts als Gottesurteil zur Erlangung der Königswürde steht eher mit den Sarmaten in Verbindung, die eigentümliche Riten (Verehrung eines im Boden steckenden Schwertes etc.) ausübten; 5500 sarmatische Lanzenreiter waren zu römischer Zeit auch in Britannien stationiert, um 180 wurden sie offenbar von einem römischen Ritter namens Lucius Artorius Castus kommandiert – möglicherweise eines der ältesten Vorbilder für Artus (siehe unten, Absatz „Das Schwert aus dem Stein“). Die militärische Laufbahn des Artorius Castus ist aufgrund seiner Grabinschrift bekannt [1], die in Dalmatien gefunden wurde. Demnach diente er seit 158 n. Chr. in Syrien und Pannonien, bis er 175 nach Britannien versetzt wurde, wo sich die (sarmatischen) Hilfstruppen unter seinem Kommando bei der Abwehr skotischer Angriffe hervortaten. Er beendete seine Karriere schließlich in Dalmatien. Es ist durchaus denkbar, dass die in Britannien verbliebenen römisch-sarmatischen Truppen sein Andenken bewahrten und verklärten.

Für die Mitte des 5. Jahrhunderts ist dann ein britisches „Hochkönigtum“ recht gut belegt: Nach dem endgültigen Abzug der römischen Truppen 410 mussten die im Land verbliebenen Römer und romanisierten Kelten ihre Verteidigung selbst organisieren. Der spätantike Historiker Jordanes, der 551 eine „Geschichte der Goten“ (Getica) verfasste, berichtet von einem Riothamus (das heißt: „höchster Anführer“) – einige Gelehrte, vor allem Geoffrey Ashe und Léon Fleuriot, setzen diesen mit Artus gleich –, der mit 12.000 Mann dem weströmischen Kaiser Anthemius zuhilfe geeilt sei und an anderer Stelle als „König der Brettonen“ bezeichnet wird. Unglücklicherweise ist dieser „Riothamus“ eine Schattenfigur, von der wenig bekannt ist. Es ist noch nicht einmal klar, ob die „Brettonen“, die er angeführt haben soll, Briten oder Bretonen waren. Riothamus war wahrscheinlich der letzte Kommandeur von nach römischer Art organisierten Truppen in Britannien, der vor der Schlacht auf den katalaunischen Feldern (451) von seinem gallischen Vorgesetzten Aetius mit allen vefügbaren Kräften nach Gallien gerufen wurde. Er kam nach der Schlacht auf den katalaunischen Feldern nie wieder nach Britannien zurück, sondern ließ sich mit seinen Gefolgsleuten und Soldaten in der heutigen Bretagne nieder, wo er um 460 in einigen Quellen als "König" der Bretagne oder der Bretonen bezeichnet wird. Im Jahre 471 zieht Riothamus mit seinen Truppen in eine Schlacht gegen den Westgotenkönig Eurich. Riotamus unterliegt zusammen mit den übrigen römischen Einheiten und deren Verbündeten und wird selbst schwer verwundet. Riotamus stirbt während des Rückzuges seiner bretonischen Armee auf das burgundische Städtchen Avallon. Es ist zu vermuten, daß der Versterbeort Avallon in der bretonisch-britischen Überlieferung zur Insel Avalon geworden ist.

Die politische Statur eines Artus hat Riothamus aber niemals besessen. Eine Figur, die eine annähernde Namensgleicheit mit "Artus" aufweist und sowohl das militärische Genie, als auch die politische Lichtgestalt eines Artus aufweist, würde man finden, wenn man akzeptiert, daß in Wahrheit die Handlung der Artussage ursprünglich in Gallien spielt. Gallien wurde bis 454 in ständig neuen Abwehrschlachten vom römischen General und Konsul Flavius Aetius verteidigt. Dieser war bis 454 Vorgesetzter des Riotamus und kann daher in der Überlieferung leicht mit ihm verschmolzen worden sein.

Es gibt auch einige – wenn auch sehr wenige – Parallelen mit dem römisch-britannischen Kaiser bzw. Usurpator Carausius († 293); einige Elemente seiner Geschichte könnten vielleicht auch in die Artussage eingegangen sein.

Einige Historiker gehen heute davon aus, dass es den Namen „ARTUS“ als Eigenname gar nicht gab, sondern dass es sich dabei um eine Kombination aus lateinischen und keltischen Ehrennamen handelt. Bei keltischen Stammesführern oder berühmten Kriegern war es durchaus üblich, sich einen oder mehrere Beinamen zuzulegen, die sich auf spezielle Eigenarten oder Fähigkeiten der damit bezeichneten Person bezogen. Diese Tradition gab es auch noch im Mittelalter und sogar bis ins späte Barock und zwar in ganz Europa. Beim Namen ARTUS glaubt man heute, dass er sich aus dem keltischen ART (Bär) und dem lateinischen URSUS, das ebenfalls Bär bedeutet, zusammensetzt. Demnach lautete der Name ursprünglich also ARTURSUS und wurde irgendwann zum heute bekannten ARTUS gekürzt. Diese Doppelbenennung war notwendig, um sowohl die Anhänger der alten keltischen Traditionen als auch die latinisierten Briten zufriedenzustellen. Diese Interpretation würde auf die These hindeuten, dass Artus einer der letzten römischen Statthalter bzw. ein Keltenfürst war, der sich auf die römische Tradition berief.

Der Bär galt den Inselkelten als „Königstier“, vergleichbar etwa dem Löwen als „König der Tiere“ in der Fabel. Einen Titel „König“ im Sinne eines Staatsoberhauptes kannte man noch nicht. Jeder Stammesfürst war König und auf seinem Gebiet sein eigener Herr. Lediglich zu Kriegszeiten, wenn es galt, mehrere Stammesverbände unter ein gemeinsames Kommando zu stellen, wurde einer zum Feldherren (lat.: Imperator) ausgerufen, der dann oft auch noch einen mythologischen Titel zugesprochen bekam.

Tatsächlich gibt es auch schriftliche Hinweise auf einen britischen Feldherrn im 5. Jahrhundert, den man als den „Bären“ bezeichnete. Sein tatsächlicher Name lautete wohl Enniaun Girt, und er stammte aus Nordbritannien. Von ihm ist überliefert, dass es ihm gelang, genügend britische Krieger zusammenzubekommen um den Sachsenfürst Hengest (dessen Existenz allerdings vielfach bezweifelt wird) und seine Krieger zu besiegen. Den wenigen Chroniken, die aus dieser Zeit erhalten geblieben sind, ist zu entnehmen, dass Enniaun Girt niemals König war, da es zu dieser Zeit noch keinen britischen König gab. Stattdessen wurde Britannien offenbar gemeinsam vom Rat der Stämme und dem Comes Britanniarum (Gouverneur Britanniens) regiert, dessen Name ebenfalls überliefert ist: Ambrosius Aurelianus, ein romanisierter Brite hohen Ranges, dessen in der Historia Britonum überlieferten „Taten“ in allen späteren Nacherzählungen auf Merlin übertragen wurden. Vor allem aus diesen beiden – historisch verbürgten – Figuren entstand höchstwahrscheinlich später die Sage von Artus Pendragon, Großkönig von Britannien. Auch Enniauns Sohn Owain Ddantgwyn könnte man nach manchen Quellen als einen „historischen Artus“ bezeichnen.

Andere Theorien siedeln „das“ reale Vorbild für Artus nicht in Nordbritannien, sondern in Wales, Cornwall oder im Westen Englands an. Die walisische Tourismuswirtschaft beansprucht Artus hier eindeutig für ihre Zwecke als touristische Besonderheit des Landes Wales.

Eine andere These geht davon aus, dass Artus am ehesten eine halb vergessene keltische Gottheit war, die sich in eine menschliche Person (hier wird die Wandlung des Seegottes Lir in König Lear zitiert) oder eine fiktive Gestalt wie Beowulf verwandelt hat. Anhänger dieser Richtung argumentieren, dass ein anderer Romano-Brite dieser Zeit die Truppen führte, die die Sachsen um 500 in der Schlacht von Mons Badonicus bekämpften, wie zum Beispiel Ambrosius Aurelianus.

1191 gaben Mönche der Abtei von Glastonbury bekannt, dass sie die Grabstätte von Artus und Guinevere gefunden hatten. Wahrscheinlich ist das aber eine fromme Lüge, die dazu diente, sich das nötige Geld für den Wiederaufbau der Abtei, die 1184 durch ein Feuer zerstört worden war, zu beschaffen. Das Grab wurde jedenfalls vielen Leuten gezeigt und die vermeintlichen Überreste wurden 1278 in eine neue Gruft umgebettet. Diese Gruft wurde während der Reformation zerstört und die Gebeine gingen verloren. Der Antiquar John Leland gab an, dass er das Kreuz, welches mit den Überresten gefunden worden war, sah – ob das Kreuz wirklich existierte, ist unklar; falls ja, dürfte es sich um eine (vermutlich mittelalterliche) Fälschung gehandelt haben.

Die übersetzte Inschrift auf dem Kreuz lautete (laut Leland):

Hic iacet sepultus inclitus rex Arturius in insula Avalonia

auf Deutsch: „Hier liegt der berühmte König Artus auf der Insel Avalon begraben“

Quelle: Wikipedia

Guinevere

Guinevere (auch: Gennavar, Ginebra, Ginevra, Ginover, Guenhumara, Guenièvre, Gwenhwyvar) ist in der walisischen Sage und der sich daran anschließenden Artus-Sage die Frau des König Artus und die Geliebte des Ritters Lancelot.

Guinevere ist die Tochter des Königs Leodegrance (Lleudd-Ogrfan) von Cameliard in Melory. In der walisischen Überlieferung auch: Tochter des Königs Ogrfan Gawr, des Riesen. Ihre Schwester ist Gwenhwyfach, die spätere Gattin Mordreds.

Der Überlieferung nach wurde sie erst von Meleagant entführt und von Gawain und v.a. Lancelot du Lac gerettet, dann von Mordred samt Krone an sich gerissen. Nachdem Mordred im Zweikampf mit Artus stirbt, diesen aber auch tödlich verwundet, findet sich Guinevere zuletzt im Kloster wieder.

Der Name stammt aus dem Walisischen in der Form „Gwynhwyfer“ (Die weiße Fee, „der weiße Geist“) kann aber auch „Gwenhwy“ oder Gwen die Große bedeuten im Unterschied zu einer Person „Gwenhwy-vach“ – Gwen die Kleine. In allen Erzählungen bleibt sie kinderlos, obwohl in der walisischen Überlieferung Söhne von Artus erwähnt werden.

Die erste Erwähnung Guineveres war in der walisischen Erzählung Culhwch ac Olwen, wo sie als Artus’ Königin auftritt, aber nicht viel mehr über sie gesagt wird. Caradoc von Llancarfan, der sein Life of Gildas (Leben des Gildas) vor 1136 schrieb, berichtet, wie sie von Melwas, dem König von Somerset, entführt und auf seiner Festung Glastonbury gefangen gehalten wurde. Die Erzählung stellt fest, dass Artus ein Jahr damit verbrachte, sie zu suchen, sie fand, eine Armee zum Sturm aus Melwas’ Festung sammelte, als Gildas eine friedliche Lösung vermittelte und Guinevre Artus zurückgab. Der walisische Dichter Dafydd ap Gwilym spielt auf diese Geschichte in zwei verschiedenen Gedichten an. Der Mediävist R. S. Loomis vermutet, dass die Geschichte ihrer Entführung zu zeigen scheint, „dass sie die Rolle einer keltischen Persephone geerbt habe“.

Geoffrey von Monmouth erzählt eine leicht andere Version von Guineveres Entführung, fügt hinzu, dass sie von einer adligen römischen Familie abstamme und das Mündel von Cador, Herzog von Cornwall gewesen sei. Artus habe sie in der Obhut seines Neffen Mordred gelassen, während er nach Europa übersetzte, um gegen den fiktiven römischen Prokurator Lucius Hiberius in den Krieg zu ziehen. Bei seiner Abwesenheit habe Mordred Guinevere verführt, sich selbst zum König gemacht mit ihr als seiner Königin; die brachte Artus dazu, nach Britannien zurückzukehren, um in der Schlacht von Camlann gegen Mordred anzutreten.

Chrétien de Troyes erzählt eine weitere Version von Guinevers Entführung, diesmal durch Meleagant (dessen Name eine Ableitung von Melwas sein könnte). Aber anstatt Artus als Guineveres Retter auftreten zu lassen, führt Chrétien Lanzelot in die Geschichte ein, der in dem gleichnamigen Epos mit seinem Vetter Gawain aufbricht, sie zu retten. Diese Version wurde in späteren Berichten bevorzugt, zum Beispiel im sogenannten Sagenkreis der Vulgata. In späteren Adaptionen wird sie beschrieben als Tochter von König Leodegrance, verlobt mit Artus in seiner frühen Zeit, als er noch Unterstützung für sich sammelte. Er sandte später Lanzelot aus, sie nach Camelot zu bringen, und obwohl beide sich bei der Rückreise ineinander verliebten, erfüllte sie die Zusage, heiratete Artus – und führte ihre Affäre weiter.

Quelle: Wikipedia, Bild: Avalon-Tarot, Neue Erde, 1997

Lancelot


Lancelot und Guinevere

Lancelot (französisch: Lancelot du Lac, englisch: Lancelot of the Lake, deutsch: Lanzelot vom See oder Lancelot von der Quelle) ist eine Sagenfigur der mittelalterlichen Artusromane. Sein Leben wurde je nach Erzähler unterschiedlich beschrieben. Die Geschichten um ihn haben sich so stark auseinanderentwickelt, dass es verschiedene Grundmuster gibt.

Eine Version ist die folgende: Er ist der Sohn von König Ban von Benwick (oder Ban von Bonewig), der nach seiner Bezwingung durch König Claudus mit seiner Gemahlin Elaine aus seinem Königreich fliehen muss. Als Kind wird Lancelot während dieser Flucht von seiner Mutter an einem See zurückgelassen und dort von der Fee Viviane, der Dame vom See und Hüterin des mythischen Ortes Avalon, geraubt. Er wächst in ihrem Wasserreich auf, der Schmiede des magischen Schwertes Excalibur des jungen Artus.

Der herangewachsene Lancelot ist neben Gawain der berühmteste der zwölf Ritter der Tafelrunde von König Artus. Seine bedingungslose, unverbrüchliche Liebe richtet sich auf Guinevere (auch Ginevra, Gwenhwyfer oder Ginover), die Gemahlin des Königs. Durch diese schicksalhafte, ehebrecherische Liebe wird er unwürdig, nach dem Heiligen Gral zu suchen.

Lancelots Befreiung der vom Hof entführten Königin ist das Thema des höfischen Versromans Le Chevalier de la charrette (Der Karrenritter) von Chrétien de Troyes (in den 1170er Jahren). In Deutschland erzählte Ulrich von Zatzikhoven zwischen 1190 und ca. 1225 in einem Versroman eine stark abweichende Geschichte über Lanzelet.

Wirklich bedeutend für die Literaturgeschichte wurde der im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts entstandene umfangreiche altfranzösische Prosaroman (Lancelot en prose), der an Lancelots Geschichte eine universale Erzählung des arthurischen Weltgeschehens und Weltuntergangs anlagert. Lancelot wird so zur 'Kristallisationsfigur' für viele Schlüsselmotive des arthurischen Romans - nicht zuletzt durch seinen Sohn Galahad, der dazu auserwählt ist, die Suche nach dem Heiligen Gral zum Abschluss zu bringen.

Während im 12. Jahrhundert in den Erzählungen über Lancelot noch viel Freiheit herrscht und nur wenige Fixpunkte seiner Laufbahn feststehen, führte der große Zyklus des 'Prosa-Lancelot' zu einer Kodifizierung der gesamten Artussage. Fast alle späteren Artusdichtungen, bis hin zu Sir Thomas Malorys Le Morte d'Arthur (gegen 1470 vollendet), beruhen letztlich auf seinem Inhaltsgerüst.

Quelle: Wikipedia

Bild: Lancelot & Igraine, Avalon-Tarot, Neue Erde, 1997

Galahad (Sir Galahad, auch französisch Galaad)

 ist einer der wichtigsten Ritter der Tafelrunde in der Artussage. Seine besondere Stellung wird in manchen Versionen der Sage dadurch ausgedrückt, dass er auf einem Stuhl Platz nehmen darf, der für alle anderen Ritter tabu ist (siehe Tafelrunde). Er ist der Sohn von Lancelot und Elaine, der Tochter von König Pelles.

Ritter Galahad wird auch der "Reine Ritter" oder der "Makellose Ritter" genannt. Diese Eigenschaft ermöglicht es ihm, im Gegensatz zu seinem Vater, den Gral zu finden.

Sein Schild ist weiß mit einem roten Kreuz. Es symbolisiert das Kreuz, welches Joseph von Arimathäa mit dem im Gral gesammelten Blut Jesu gezeichnet hat. Sein Symboltier ist das Einhorn, welches als Symbol für die Reinheit gilt.

Weiß mit rotem Kreuz ist zwar auch die Flagge von England (nicht die von Großbritannien), und damit ein Bestandteil des Union Jack, diese ist jedoch ein Symbol für St. Georg.

Aufgezogen wird der junge Galahad von zwölf Nonnen, die seinem Vater schon früh erklären, keiner eigne sich besser zum Ritter als sein Sohn.

Galahad wird an einem Pfingstmorgen von Merlin am Hof von König Artus eingeführt. Dabei wird er von Merlin auf den gefährlichen Sitz an der Tafelrunde vorbereitet und sein Name erscheint den versammelten Rittern in Feuerbuchstaben, als er um Aufnahme in ihren Kreis ersucht. Daraufhin wird ihm der bisher stets leere Platz des Ritters, welcher den Gral finden wird, zuteil.

Noch bevor Galahad zum Ritter geschlagen wird, hat er bereits ein Schwert aus einem Stein gezogen, eine Tat, die nur der beste Ritter der Welt vollbringen konnte. Daraufhin erhält er auf Anordnung Artus' von seinem Vater Lancelot den Ritterschlag.

Nachdem er den Gral gefunden und als einziger Ritter der Tafelrunde ganz erblickt hat, stirbt er einige Zeit später auf eigenen Wunsch in Sarras. Sein letztes Wort ist der Name seines Vaters Lancelot. In einer Version der Sage hält er den Gral sogar in den Händen.

Der Name Galahad leitet sich aus dem gallischen "Gwalchafed" ("Falken des Sommers") her.

Quelle: Wikipedia,Bild: Avalon-Tarot

Gawain

 

Gawain von Orkney war der älteste Sohn von König Lot und Morgause (manchmal Anna), der Halbschwester Arthurs.

In der walisischen Überlieferung heißt er Gwalchmei, "Falke des Mai"", und ist der Sohn von Anna und Lley ap Kynfarch.

In den alten Sagen ist Gawain ein tapferer Ritter mit übernatürlicher Kraft, die zunimmt, wenn die Sonne steigt. Seinen vorchristlichen Ursprung spiegelt auch sein Titel "Ritter der Göttin" wider. Es ist daher keine  Überraschung, dass die Feen ihm gewogen sind. Er scheint sogar ihr Lieblingsritter zu sein, den sie auf seinen Abenteuern kunstvoll prüfen.

Später wird Gawain manchmal eher als Störenfried, denn als Führer dargestellt, und er genießt Frauen und Wein über die Maßen. Dennoch bleibt Gawains enge Verbindung mit seinem Onkel, dem Hochkönig, meist erhalten.

 

Gawain heiratet Orgeluse

 

 

Quelle: Avalon-Tarot, Neue Erde, 1997

Gawain und der grüne Ritter

Avalon-Tarot

Neujahrstag an König Artus' Hof. König und Königin, die Ritter und ihre Damen genießen ein üppiges Festmahl. Alle sind fröhlich und unbeschwert. Da stürzt ein gräßlich anzusehender Ritter in die Halle. Er hat die Statur eines Hünen, Haut und Haare sind, ebenso wie seine Kleidung, von grüner Farbe und auch sein Pferd ist grün. Die Hofgesellschaft verstummt und wirkt wie versteinert. Doch König Artus begrüßt den seltsamen Gast höflich und fragt nach seinem Begehr. Der Grüne Ritter schlägt ein "Weihnachtsspiel" vor: Falls einer der anwesenden Ritter den Mut aufbringe, dürfe er ihm mit voller Kraft mit der Streitaxt einen Schlag versetzen. Der Ritter müsse aber einverstanden sein, dass der Grüne Ritter ihm ebenfalls einen Schlag versetze, den er widerstandslos hinnehmen müsse und zwar genau nach einer Frist von zwölf Monaten und einem Tag. Keiner der Ritter meldet sich. Der Grüne Ritter spottet über die Feiglinge. Hocherzürnt bietet König Artus sich selbst an. Da geht Sir Gawain dazwischen und nimmt den Handel an. Der Güne Ritter beugt den Kopf und Sir Gawain schlägt ihn mit einem Hieb ab. Unbeeindruckt erhebt sich der Grüne Ritter, schnapp sich seinen Kopf an den Haaren, erinnert Sir Gawain noch einmal an die Abmachung und reitet von dannen. Ein Jahr später bricht Sir Gawain auf, um den Grünen Ritter zu stellen.

Man kann Sir Gawain und der Grüne Ritter auch einfach als originelle Abenteuergeschichte lesen, sich gut dabei unterhalten und ganz nebenbei eines der großartigsten Werke der englischen mittelalterichen Literatur kennenlernen. Die Erzählung besticht u.a. durch ihre Naturschilderungen und wirklichkeitsnahen Jagdszenen, und trotz aller Grausamkeit haben die Auftritte des Grünen Ritters durchaus ihre komischen Seiten. So meint man Artus' kühne Recken vor sich zu sehen, wie sie von einem Fuß auf den anderen treten und verlegen in die Luft starren, Schuljungen gleich, die Angst haben, mündlich geprüft zu werden, nachdem sie von dem streitbaren Eindringling herausgefordert wurden, obwohl der unbekannte Dichter den Leser nur wissen läßt, daß alle in der Halle, ob von hohem oder niederem Rang, noch stiller (wurden). Auch später gibt es komische Situationen, als Gawain bei der Suche nach dem Grünen Ritter auf eine liebestolle Dame trifft und sich ihrer heftigen Annäherungsversuche erwehren muß. Man ließe dieser Geschichte aber Unrecht widerfahren, würde man sie nur als skurrile Aventiure-Erzählung betrachten. Sir Gawain und der Grüne Ritter ist in erster Linie die Geschichte einer Versuchung. Sir Gawain, der dem ideal der Vollkommenheit nachstrebt, dem menschliche Schwächen aber nicht fremd sind, wird mit der unmöglich scheinenden Aufgabe konfrontiert, im christlichen Sinne tugendhaft zu handeln, also keine Sünde zu begehen und gleichzeitig "höflich", das heißt, dem höfischen Ehrenkodex gemäß, als vortrefflicher Ritter und Held.
Wieso die Darstellung dieses Konfliktes, die Geschichte von Sir Gawain und dem Grünen Ritter zu einem Meisterwerk der englischen Literatur macht, erläutert J.R.R. Tolkien hervorragend in dem beigefügten Essay Sir Gawain und der Grüne Ritter.

Quelle

Excalibur - das sagenumwobene Schwert des König Artus

Excalibur oder Caliburn war das sagenumwobene Schwert des mythischen Königs Artus.

Nach der Legende gab Excalibur dem Träger übermenschliche Kräfte, und seine Schwertscheide machte jeden, der sie bei sich trug, unverletzbar. Das erste Schwert von Artus war von Merlin, dem letzten Druiden auf Erden, durch einen Stein und einen Amboss gesteckt worden, und nur der wahre Herrscher konnte es aus ihm herausziehen. Nachdem zahlreiche namhafte Ritter und Adlige an dieser Aufgabe gescheitert waren, kam Artus, Sohn des englischen Großkönigs Uther Pendragon, mit seinem Ziehvater Ector (oder Ectorius) und dessen Sohn Keie, bei dem Artus als Knappe diente, zu diesem Stein. Der Zauberer Merlin zeigte Artus den Stein und ermöglichte ihm zu versuchen, das Schwert herauszuziehen, was Artus auch gelang und ihn zum rechtmäßigen König machte.

Nachdem der zum König ernannte Artus das Schwert aus dem Stein in einer Schlacht zerschlug, übergab die Herrin vom See dem jungen König das Schwert Excalibur, um damit sein Königreich zu schützen. Die dazugehörige Scheide von Excalibur sorgte dafür, dass König Artus selbst mit den schlimmsten Wunden kein Blut verlor, jedoch raubte seine Halbschwester Morgan LeFay durch eine List die Scheide und Artus konnte durch Verletzungen gefährdet werden, aber Excalibur blieb ihm erhalten.

Nachdem Artus in einer Schlacht gegen Mordred zu Tode kam, wurde Excalibur in die See geworfen, bevor er in Avalon ankam. Dort soll es der Sage nach noch immer ruhen – allerdings verwendete Richard Löwenherz die Artus-Sage als eine Art Werkzeug seiner Propaganda, sein Schwert wurde als Excalibur angesehen.

Im Fantasyfilm „Excalibur“ stößt Uther Pendragon sterbend, von feindlichen Rittern schwer verletzt, sein Schwert in den Stein, bis sein Sohn Artus das Schwert herauszieht und König wird.

Quelle: Wikipedia, Bild: Avalon-Tarot, Neue Erde 1997

Camelot

Camelot ist der Hof des mythischen König Artus von England bzw. Britannien. Die gleichnamige Sage benennt zahlreiche Personen, die an diesem Hof gelebt haben sollen.

Dieser Verfasser des ursprünglichen Artus-Manuskripts, Geoffrey of Monmouth, nennt als Residenzstadt von König Artus die walisische Ortschaft Caerleon', das heutige Gwent bzw. römische Isca Silurum. Die Ruine des antiken Amphitheaters wird hier als Camelot gedeutet. Allerdings wird in der Originalfassung die Burg "Camelot" nicht erwähnt. Der Name taucht erstmals Ende des 12. Jahrhunderts in den Schriften des französischen Dichters Chrétien de Troyes auf.

1542 brachte der englische Schreiber John Leland Cadbury Castle in Verbindung mit der Artus-Saga. Er schrieb: "... The people can teil nothing here but that they have heard say Arthur much resortet to Camalat." Lokale Legenden erzählen vom spukenden Artus-Geist, der nachts in der Region sein Unwesen treiben soll. Die Größe der Ruinen, sowie wertvolle, dort ausgegrabene Scherben weisen auf einen reichen und mächtigen Burgherren hin, was die These zwar bekräftigt, allerdings nicht beweist. Entstanden ist die Burg zwischen 450 und 470.

Ebenfalls als Camelot identifiziert wurde die heutige Stadt Colchester. Demnach leitet sich der Burgname von der römischen Bezeichnung Camulodunum ab. Jedoch gibt es hierfür keinerlei eindeutigen Beweise.

Auch als Camelot vermutet wird von manchen Tintagel Castle in Cornwall. Tintagel gilt diesen Menschen als Geburtsstätte von Artus. Außerdem fand man in der Nähe der Burg einen Stein mit der Inschrift "Arthur", was als Indiz oder Beweis für manche wohl bereits ausreicht. Des Weiteren wird die legendäre Burg an dutzenden Orten lokalisiert, z. B. Carlisle, Dinas Bran, die walisische Ruinenanlage Viroconium oder Winchester. Letzteres wurde bereits im 15. Jahrhundert von Thomas Malory mit Camelot gleichgesetzt.

Quelle: Wikipedia

Mordred

Mordred (walisisch: Medraut oder Medrod) ist eine Gestalt des Sagenkreises um König Artus. Nach verschiedenen Quellen ist er entweder ein Neffe oder der Sohn von Artus.

Die früheste Erwähnung von Mordred findet sich in den Annales Cambriae, einer Chronik, die Teil einer überarbeiteten Fassung der Historia Brittonum ist. Diese Chronik erwähnt die beiden Kontrahenten Artus und Mordred im Zusammenhang mit der Schlacht von Camlann, in der Mordred fällt, nachdem er Artus tödlich verwundet hat.

Mordred findet auch Erwähnung in den Walisischen Triaden: In einer Triade, die auf Geoffrey of Monmouths Historia Regum Britanniae beruht, wird sein Verrat an Artus erwähnt. In einer anderen wird er als der Urheber einer der „drei hemmungslosen Verwüstungen der Insel Britannien“ bezichtigt. Er kommt zum Hof von König Artus zu Kelliwic in Cornwall, verschlingt alle Nahrung und Getränke und schleift sogar Gwenhwyfar (Guinevere) von ihrem Thron und misshandelt sie.

Über die Abstammung von Mordred gibt es drei Versionen: Die erste berichtet, dass er ein Sohn von Lot (Artus) Luwddoc, König von Gododdin (in späteren Fassungen der Orkney Inseln), und seiner Frau Morgause, einer Halbschwester mütterlicherseits von Artus, gewesen sei (also sein Neffe). In der zweiten ist Mordred ein Sohn von Artus und Morgause, der von Lot adoptiert und aufgezogen wurde. In der dritten Variante sind Artus und seine zweite Halbschwester Morgan le Fay (die Fee) die Eltern von Mordred. Da Morgan Le Fay unverheiratet bleibt, adoptieren ihre Schwester Morgause und deren Mann Lot das Kind und ziehen es als ihr eigenes auf.

Der Magier Merlin weissagt in einer der Sagen, „dass Mordred eines Tages auf Artus' Thron sitzen werde“. Später wird Mordred einer der Ritter von Artus' Tafelrunde und gerät in Konflikt mit Lanzelot. Die Gründe hierfür differieren in den verschiedenen Fassungen der Sage: Einerseits sind Lanzelot, als bester Ritter und engster Freund von Artus, und Mordred, als dessen Sohn oder Neffe, Konkurrenten um die Nachfolge des Königs. Andererseits ist Lanzelot als (vermeintlicher) Geliebter der Königin Guinevere ein ideales Mittel, um Artus und seine Ritter zu entzweien. In einer weniger bekannten Variante sind Lanzelot und Mordred Konkurrenten um die Gunst der Königin Guinevere.

Mordred soll zwei- oder dreimal verheiratet gewesen sein: Zuerst mit Guinevak (walisisch: Gwenhwyvach), einer jüngeren Schwester von Guinevere (walisisch: Gwenhwyfar). Danach mit Cwyllogm, einer Prinzessin von Gynedd. Als drittes mit Guinevere selbst. Mit einer seiner Gemahlinnen soll er die Zwillingssöhne Melehan und Melou gezeugt haben.

Der dramatische Höhepunkt der Artussage ist Mordreds Verrat am König. Auch hier gibt es mehrere Varianten der Erzählungen: In einer setzt Artus nach Gallien (Frankreich) über, um dort Verbündete zu unterstützen oder um nach Rom zu ziehen. In einer anderen führt er Krieg gegen Lanzelot, um dessen (vermeintlichen) Ehebruch mit Guinevere zu rächen. Mordred wird von Artus als Statthalter in Britannien eingesetzt; er nutzt diese Position und Artus' Abwesenheit, um seine Macht auszubauen. Schließlich erklärt er Artus für tot und besteigt selbst den Thron. Als Grund soll eine schwere Niederlage von Artus in Gallien gelten, von der teilweise berichtet wird. In einer der vielen Spielarten der Geschichte vermählt sich Mordred anschließend mit Königin Guinevere.

Der Verrat oder die Niederlage in Gallien zwingen König Artus, nach Britannien zurückzukehren. Dort kommt es zwischen den Heeren der Widersacher zur Schlacht von Camlann, in deren Verlauf Artus von Mordred tödlich verwundet und dieser von Artus getötet wird. Die beiden Söhne Mordreds, Melehan und Melou, versuchen zwar, den Thron an sich zu reißen, werden aber von Lanzelot und Bors erschlagen.

Quelle: Wikipedia

Uther Pendragon und Igraine

     

Uther Pendragon (pen-dragon oder ben-dragon = „Kopf des Drachen“) ist der Vater von König Artus in der Artussage, zuerst erwähnt von Geoffrey von Monmouth in seiner Historia Regum Britanniae (Geschichte der Könige von Britannien). Bei Geoffrey schwängert er Igraine, Ehefrau von Gorlois, Herzog von Cornwall, während er ihr durch Zauber als ihr Gatte erscheint. In einer anderen Fassung, wie z.B. in Marion Zimmer Bradleys Die Nebel von Avalon, wird erzählt, dass sich Igraine ihrerseits ebenfalls in ihn verliebt und nur sie ihn als Uther Pendragon erkennt, während den anderen Menschen am Hof des Gorlois der Schwindel nicht auffällt. Dieser besteht darin, dass Uther, mit einem Mantel verhüllt, den Ring des Gorlois tragend, den er ihm im Kampf zusammen mit seinem Finger abgerissen hat, in die Burg eindringt. Durch ein Blendwerk des Merlin ähnelt Uther Gorlois und die Burgleute lassen ihn ungehindert ein. Das Thema der illegitimen Geburt des Artus wird später bei der Zeugung von Mordred durch diesen wiederholt.

Die legendäre Figur des Uther könnte teilweise auf dem britisch-römischen Kriegsherr Ambrosius Aurelianus basieren. Geoffrey nennt Ambrosius Uthers älteren Bruder und Vorgänger auf dem britischen Thron, zusammen mit einem Bruder Konstans, den Vortigern zu seinem Marionettenkönig gemacht habe, alle drei Söhne eines Großkönigs Konstantin. Dieser legendäre Großkönig könnte entweder auf dem historischen römischen Kaiser Konstantin III. basieren, der zwischen 407 und 411 regierte und einen Sohn Konstans († 411) hatte, oder auf König Konstantin von Dumnonia, der im 6. Jahrhundert lebte (was aber bedeuten würde, da Igraine auch aus dem Haus von Dumnonia stammen soll, dass Artus' Herkunft nahe am Inzest gelegen hat). Man sollte aber Geoffreys Aussagen mit größter Sorgfalt betrachten, da er in seiner Geschichte Fiktion und Wirklichkeit mischt.

Quelle: Wikipedia, Bilder: Avalon-Tarot, Neue Erde, 1997

Morgause

Morgause war die Tochter von Igraine und deren erstem Mann, Gorlois, des Herzogs von Cornwall. Sie war eine Schwester Morganes und die Halbschwester Artus'.

Wie Morgane schuf Morgause sich eigene Regeln. Ihre Unabhängigkeit und ihre Gewohnheit, sich Liebhaber zu nehmen, trug ihr den gleichen schlechten Ruf ein wie ihrer leichtlebigen Schwester, Morgane. Morgause heiratete den Rebellenkönig Lot von Orkney und gebar fünf Söhne - Gawain, Gaheris, Agravain, Gareth und Mordred-, die sich alle Arthur anschlossen. Spätere Versionen der Geschichte fügen ein inzestuöses Verhältnis zwischen Morgane und Arthur hinzu. Der König soll damals noch nicht von der Blutsverwandtschaft gewusst haben. Die Frucht der Verbindung war Mordred, und somit wurde diese Sünde letztlich dem König zum Verhängnis.

Nach dem Tode ihres Gatten verbrachte Morgause viel Zeit damit, ihre Ländereien zu regieren und ihre Söhne zu erziehen. Man sagte, Arthur habe ihre Besuche gefürchtet, weil sie Zwietracht unter den Rittern gesaät haben, die um die Gunst der Schönen stritten. Während eines dieser gelegentlichen Besuche nahm sich Morgause den jungen Sohn Pellinores zum Geliebten. Pellinore war nach einigen Sagen der Mann, der König Lot in Arthurs Schlacht gegen die aufsässigen Könige getötet habe.

Darum betrachteten Lots Söhne das Verhalten ihrer Mutter als Schande, die ihren Vater entehrte. Um diesen Verrat zu rächen tötete Gaheris beide Lebenden, als sie in Morgauses Bett lagen.

Quelle: Avalon-Tarot, Neue Erde, 1997

Gareth und Lyones

Sir Gareth war der jüngste Sohn von König Lot und Artus' Schwester Morgause. Er und seine Brüder Gawain, Gaheris und Agravain wurden die Orkney-Brüder genannt. Gareth besiegte den Roten Ritter und befreite Lady Lyoness, die er später heiratete.

Geschichte 

Gareth wollte ebenfalls Ritter werden wie seine drei anderen Brüder. Also begab er sich anonym nach Camelot, verkleidet als Küchenjunge. Wegen seinen schönen und großen Hände wurde Gareth immer “Beaumains“ genannt.

Eines Tages kam Lady Lyonet nach Camelot, und bat König Artus um Hilfe. Die Burg von ihrer Schwester (Lyoness) wurde schon seit zwei Jahren von dem roten Ritter Ironside belagert. Da Lyonet sich aber weigert den Namen und Zustand der Burg zu nennen, wird ihr nur Gareth zu Verfügung gestellt.

Nachdem Gareth den Roten Ritter Ironside und einige andere Ritter besiegt hat, befreite er Lyones und brachte sie zurück. Für seine Heldenhafte Tat wurde er von Lancelot zum Ritter geschlagen. Lyones heiratete später ihren Retter.

Gareth wurde bei der Befreiung Guineveres unglücklicherweise von Lancelot erschlagen.

Quelle: Wikipedia, Bild: Avalon-Tarot, Neue Erde, 1997

Die Herrin vom See

Der Titel Herrin vom See entspringt der mythologischen und literarischen Verarbeitung der Artussage, wobei Erzählungen und Überlieferungen der walisischen und bretonischen Sagenwelt die Figur auch unter ähnlichen Namen, wie Königin des Wassers oder Dame vom See kennen. Die Herrin vom See gilt als Hüterin der sagenhaften Insel Avalon, welche das mystische Zentrum der Artussage bildet. Im Schutz der heiligen Insel Avalon und deren Hüterin soll Artus nach einer schweren Verletzung seine Wunden geheilt haben. Auf der mystischen Apfelinsel (Bezeichnung für Avalon) wird das magische Schwert Excalibur für den jungen Artus geschmiedet – nicht selten wird die Herrin vom See mit Entstehung und Übergabe des keltischen Artefakts in Verbindung gebracht.

Die verschiedensten Versionen der Werke zur Artussage prägten den Namen "Nimue" oder auch "Viviane", als Inbegriff der Herrin vom See. Speziell Marion Zimmer Bradley hat den Begriff der Herrin vom See mit ihrer Version der Artussage Die Nebel von Avalon geprägt.

Die keltischen Priesterinnen

Das England der Handlungszeit (Handlungszeit der Artussage) ist durch die fortschreitende Romanisierung(Antike) und Christianisierung geprägt. Die strengen Dogmen der christlichen Kirche implizieren die Verdrängung des alten Glaubens, insbesondere die spirituelle und religiöse Rolle der Frau hat keinen Platz in der Ideologie des neuen Glaubens. Avalon wird Zufluchtsort und Zentrum keltischer Priesterinnen. In vielen Erzählungen und Legenden gilt die Herrin vom See gleichermaßen auch als die Hohepriesterin dieser Priesterinnen. Die Herrin vom See kann über ihre einzelne Rolle als Nimue auch als Amt innerhalb des breiten Legendenspektrums um Avalon und die Artussage verstanden werden.

Möglicher Wirkungsbereich der Hohepriesterin

In Sagen, Legenden und Fiktionen der Neuzeit setzen sich die Priesterinnen von Avalon mit den Heilkräften der Natur und der eigenen Weiblichkeit auseinander. Die Frauen versorgen sich durch harte, landwirtschaftliche Arbeit selbst und pflegen lediglich sporadischen Kontakt zu den Druiden, welche ebenfalls die Insel bewohnen. Kräuterkunde und Heilkunde werden ausgeübt und gelehrt, die Frauen setzen sich mit ihrem Zyklus und dem Mondzyklus auseinander. In Folge bringt Avalon für das damalige Umfeld besonders weise und spirituelle Frauen hervor, welche die Geschicke von England lenken sollen. Die Hohepriesterin steht Ritualen, Gebeten und Orden als Herrin und Verantwortliche vor. In der Artussage selbst verlässt die Herrin vom See Avalon um Einfluss auf das politische Geschehen zu nehmen und englische Herrscher mit ihrer Weisheit zu beraten.

Nimue oder Viviane

Nimue ist Herrin vom See und verantwortlich für zwei jüngere Schwestern, Igraine und Morgause. In die Nebel von Avalon leitet sie, einer Vision folgend, die Verbindung zwischen Igraine und Uther Pendragon in die Wege, aus der Artus hervorgehen wird. Die fiktive Viviane verkörpert eine starke Frauenrolle, welche die Schicksale der Hauptfiguren leitet, beeinflusst und manipuliert um einer höheren Bestimmung zu dienen. Artus soll der Ankerpunkt des alten Glaubens und gleichzeitig eine Brücke zum Christentum werden. Nimue oder Viviane gilt als Mutter von Lancelot. Viviane tritt als warmherzige Mutter, spirituelle Hohepriesterin, leidenschaftliche Frau und politische Intrigantin auf. Die Undurchsichtigkeit ihrer Person wird ihr während einer Pfingstfeier in Camelot zum Verhängnis - sie wird mit einer Axt erschlagen.

Morgan le Fay

Nach dem tragischen Tod ihrer Tante Nimue wird Morgan le Fay, Tochter von Igraine und Halbschwester von Artus, zur Herrin vom See. Morgan hegt romantische Gefühle für Lancelot und gilt als Gegenspielerin von Guinevere. In die Nebel von Avalon wird sie später eine Liaison mit Kevin dem Barden eingehen, dem Nachfolger Taliesins. Ähnlich ihrer Tante versucht Morgan die Geschicke zugunsten des alten Glaubens, zugunsten von Avalon zu leiten. Die Rolle der Morgan findet die unterschiedlichsten Ausarbeitungen. Sie kann die weibliche Heldin der Sage, eine metaphysisch begabte Intrigantin oder auch eine unglückliche, begehrende Frau sein. Morgan glaubt in ihren Bestrebungen für Avalon zu scheitern und verlässt Insel und Amt.

Niniane

In der Fiktion die Nebel von Avalon ist Niniane Nachfolgerin von Morgan le Fay. Niniane ist weniger fanatisch und entschlossen, aber mit ebenso tragischer Liebe belehnt. Sie verliebt sich in Morded, doch in einer Auseinandersetzung zwischen beiden tötet er sie.

Quelle: Wikipedia, Bilder: Avalon-Tarot

Parzival

 

König Artus und Parzival

Parzival von Wolfram von Eschenbach ist ein Versroman der mittelhochdeutschen höfischen Literatur, der vermutlich im ersten Jahrzehnt des 13. Jahrhunderts entstand. In kunstvoll verzahnten Handlungssträngen werden die Aventiuren, die abenteuerlichen Geschicke zweier ritterlicher Hauptfiguren erzählt - einerseits die Entwicklung des Titelhelden vom Unwissenden im Narrenkleid zum Gralskönig, andererseits die gefahrvollen Bewährungsproben für den Artusritter Gawan. Thematisch gehört der Roman zur sogenannten Artusepik, auch wenn die Aufnahme Parzivals in die Tafelrunde des mythischen britannischen Königs nur eine Durchgangsstation seiner Gralssuche ist.

Der Stoff wurde literarisch, aber auch in der Bildenden Kunst und in der Musik vielfach bearbeitet; die nachhaltigste Wirkung erreichte dabei wohl Richard Wagners Adaption für das Musiktheater mit seinem Bühnenweihfestspiel Parsifal (Uraufführung 1882).

Das Werk umfasst etwa 25.000 Verse und wird in den modernen Ausgaben in 16 Bücher gegliedert. Das Original ist in mittelhochdeutscher Sprache und in paarweise gereimten Versen verfasst.

Parzivals Erziehung zum Ritter und seine Suche nach dem Gral ist zwar – wie der Erzähler mehrfach betont – Hauptthema der Handlung, fast gleichwertig aber verfolgt Wolfram kontrastierend die Ritterfahrt Gawans. Während Gawan durchgängig als der geradezu vollkommene Ritter auftritt und sich in zahlreichen Abenteuern immer erfolgreich darin bewährt, die Schuldigen an Missständen der Weltordnung zur Verantwortung zu ziehen und diese Ordnung zu restituieren, durchlebt Parzival neben Abenteuern auch extreme persönliche Konfliktsituationen und wird – aus Unkenntnis oder aufgrund von Fehlinterpretationen von Aussagen und Situationen – immer wieder selbst schuldig. Doch gerade er, der über lange Jahre hinweg die Folgen seines Fehlverhaltens ertragen muss, erlangt am Ende die Gralsherrschaft. Das Epos endet mit einem Ausblick auf die Geschichte von Parzivals Sohn Loherangrin.

Der folgende Überblick orientiert sich mit der Einteilung des Textes in sogenannte 'Bücher' am etablierten Ordnungsprinzip Karl Lachmanns, des ersten 'kritischen' Herausgebers des Parzival, auf dessen - mittlerweile allerdings überarbeitete - Edition die Forschung auch heute noch angewiesen ist.

Bild: Avalon-Tarot

Gahmurets Ritterfahrten (Buch I–II)

Wolfram leitet seinen Roman mit der breit ausgemalten Geschichte Gahmurets ein, des Vaters von Parzival.

Jener bleibt als zweitgeborener Sohn beim Tod seines Vaters, des Königs von Anschouwe, ohne Erbe und zieht auf der Suche nach ritterlicher Bewährung und Ruhm in den Orient. Zunächst dient er dem Kalifen von Bagdad, dann hilft er der schwarzhäutigen Königin Belacane gegen ihre Belagerer, die den Tod des Isenhart rächen wollen, der im unbelohnten Liebesdienst für sie den Tod fand. Gahmuret siegt und heiratet Belacane, wird damit König von Zazamanc und Azagouc, zeugt einen Sohn namens Feirefiz, verlässt Belacane aber schon bald wieder auf der Suche nach weiteren Abenteuern. Zurück in Europa nimmt Gahmuret an einem Turnier vor Kanvoleis teil, bei dem er die Hand der Königin Herzeloyde und die Herrschaft über deren Länder Waleis und Norgals gewinnt. Aber auch von hier zieht Gahmuret bald wieder auf Ritterfahrt, tritt erneut in die Dienste des Kalifen, wobei er schließlich durch einen Speer getötet wird, der seinen durch heidnischen Zauber weich gemachten Helm durchdringt.

Gahmuret verlässt beide Frauen so schnell, dass er die Geburt seiner beiden Söhne nicht mehr erlebt: weder Belacanes Sohn Feirefiz, am ganzen Körper schwarz-weiß gescheckt wie eine Elster, noch Herzeloydes Sohn Parzival (was so viel bedeutet wie „mitten (hin-)durch“)

Jugend und ritterliche Erziehung Parzivals (Buch III–V)

Herzeloyde und Parzival im Wald von Soltane (UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 339, fol. 87r)
Herzeloyde und Parzival im Wald von Soltane (UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 339, fol. 87r)

Auf die Nachricht von Gahmurets Tod hin zieht Herzeloyde sich mit Parzival verzweifelt in die Waldeinöde von Soltane zurück. Dort erzieht sie ihren Sohn in quasi-paradiesischer Unschuld und Unwissenheit; selbst seinen Namen und seine Abstammung erfährt er erst später von seiner Cousine Sigune kurz vor seinem ersten Auftritt am Artushof. Ganz bewusst enthält die Mutter ihm jede Art Kenntnis über die Welt und das Leben außerhalb des Waldes vor, bereitet ihn insbesondere auf keine der ethischen, sozialen und militärischen Anforderungen vor, denen er sich standesgemäß als Ritter und Herrscher gegenüber sehen würde. Dass Parzival dennoch später in der höfischen Welt überhaupt wahrgenommen wird, hat er in erster Linie seinen äußeren Attributen zu verdanken: Der Erzähler hebt wiederholt seine auffällige Schönheit und erstaunliche körperliche Gewandtheit und Kraft hervor bzw. erzählt, welchen Eindruck diese Vorzüge auf Parzivals Umgebung machen.

Herzeloydes Versuch, den Jungen von den Gefahren bzw. Verlockungen des Rittertums fernzuhalten, misslingt gründlich: Als Parzival erstmals zufällig Rittern begegnet, kann Herzeloyde nicht verhindern, dass er sich auf den Weg zum Artushof begibt, um selbst Ritter zu werden. In der Hoffnung, dass ihr Sohn zu ihr zurückkehren werde, wenn er nur ausreichend schlechte Erfahrungen in der Welt macht, stattet sie ihn mit der Kleidung und Ausrüstung eines Narren aus und gibt ihm abschließende Lehren mit auf den Weg, deren wörtliche Befolgung ihn im Zusammenspiel mit dem naiven Auftreten und der Narrenkleidung zum komischen Zerrbild eines höfischen Ritters werden lassen. (Z. B. rät sie ihm, alle freundlich zu grüßen, was er dann übertreibt, indem er pingelig jeden grüßt und hinzufügt: „Das riet mir meine Mutter“).

Die defizitäre Erziehung bewirkt direkt nach dem Auszug Parzivals aus Soltane eine ganze Kette von Unglücken, ohne dass Parzival sich seines persönlichen Anteils daran, seiner Schuld, zu diesem Zeitpunkt schon bewusst werden kann. Zunächst verursacht der Abschiedsschmerz den Tod der Mutter, dann überfällt Parzival – die unzureichende Minnelehre Herzeloydes missverstehend – brutal Jeschute, die erste Frau, auf die er trifft, und raubt ihren Schmuck. Für Jeschute wird diese Begegnung mit Parzival zur persönlichen Katastrophe, denn ihr Ehemann Orilus glaubt ihr die Unschuld nicht, misshandelt sie und setzt sie als Ehebrecherin der gesellschaftlichen Verachtung aus. Schließlich am Artushof angekommen erschlägt Parzival den 'roten Ritter' Ither – ein naher Verwandter, wie sich später herausstellt –, um an dessen Rüstung und Pferd zu kommen. Für Parzival bedeutet der Raub der Waffen, dass er sich nun als Ritter fühlt; bezeichnenderweise besteht er aber darauf, sein Narrenkleid unter der Rüstung weiter zu tragen.

Dies legt er erst auf der nächsten Station seiner Reise ab, bei Gurnemanz von Graharz. Gurnemanz unterweist Parzival in die Normen ritterlicher Lebensführung und Kampftechniken, hier erlernt Parzival erst eigentlich höfisches Verhalten (Gewinnung der Scham, Ablegen des Narrenkleides, Rituale des christlichen Gottesdienstes, 'Höflichkeit' und Sauberkeit); er bekommt damit äußerlich alle Voraussetzungen, um als Herrscher und Ehemann eine Stellung in der Welt einnehmen zu können. Als er Graharz nach 14 Tagen wieder verlässt, ist Parzival ein perfekter Ritter im Sinne der Artuswelt. Allerdings gibt Gurnemanz ihm mit dem Verbot, unnötige Fragen zu stellen, auch eine schwere Hypothek mit auf den weiteren Weg (s. u.). Beeindruckt von Parzivals Schönheit und Kraft und seinem nun vollendeten höfischen Auftreten, wünscht sich Gurnemanz nichts sehnlicher, als ihn mit seiner schönen Tochter Liaze (sprich: Liaße) zu vermählen und als Schwiegersohn an sich zu binden. Doch bevor es dazu kommt reitet Parzival wieder hinaus. Zwar verspricht er voller Dankbarkeit wieder zu kommen, doch er kehrt nie an den Hof zurück und trifft auch Gurnemanz nicht mehr.

Parzival bewährt sich als Ritter, als er die wunderschöne Königin Condwiramurs in der Stadt Pelrapeire von der Belagerung durch aufdringliche Bewerber befreit; er gewinnt die Hand der Königin und damit die Herrschaft über das Königreich. Nachdem er das Reich geordnet hat – aber wie sein Vater noch vor der Niederkunft seiner Frau – verlässt er Condwiramurs, um seine Mutter, von deren Tod er noch nichts weiß, zu besuchen.

Parzivals Versagen in der Gralsburg – Aufnahme in die Tafelrunde (Buch V–VI)

Parzival hat Segramors besiegt und kämpft mit Keye (UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 339, fol. 208v)

Parzival hat Segramors besiegt und kämpft mit Keye (UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 339, fol. 208v)

Auf die Frage nach einer Herberge für die Nacht wird Parzival von einem Fischer auf eine nahegelegene Burg verwiesen und erlebt dort eine Reihe von mysteriösen Vorgängen: Die Besatzung der Burg freut sich ganz offenbar sehr über sein Erscheinen, wirkt aber gleichzeitig wie in tiefer Trauer. Im Festsaal der Burg trifft er den Fischer wieder; es ist der Burgherr Anfortas, der unter einer schweren Erkrankung leidet. Vor dem Mahl wird eine blutende Lanze durch den Raum getragen, was lautes Klagen der versammelten Hofgesellschaft verursacht. Dann tragen 24 junge Edelfrauen in einem komplizierten Ablauf das kostbare Tischbesteck auf, schließlich wird von der Königin Repanse de Schoye der Gral herein getragen, bei Wolfram ein Stein, der auf geheimnisvolle Weise wie ein 'Tischlein-deck-dich' die Speisen und Getränke hervorbringt. Und am Ende bekommt Parzival vom Burgherrn dann noch dessen eigenes kostbares Schwert geschenkt – ein letzter Versuch, den schweigsamen Ritter zu einer Nachfrage zu ermuntern, mit der er, nach Auskunft des Erzählers, den siechen König erlöst hätte. Wie er es von Gurnemanz als höfisch angemessenes Benehmen eingeschärft bekommen hatte, unterdrückt Parzival auch jetzt jede Frage im Zusammenhang mit den Leiden seines Gastgebers oder der Bedeutung der merkwürdigen Zeremonien.

Am nächsten Morgen ist die Burg verlassen; Parzival versucht vergeblich, den Hufspuren der Ritter zu folgen. Stattdessen trifft er im Wald zum zweiten Mal auf Sigune, von der er den Namen der Burg - Munsalvaesche - und des Burgherrn erfährt und dass Parzival selbst jetzt ein mächtiger König mit höchstem gesellschaftlichen Ansehen wäre, wenn er den Burgherrn nach seinem Leiden gefragt und damit ihn und die Burggesellschaft erlöst hätte. Als er Sigune gegenüber zugeben muss, dass er nicht zu einer einzigen mitleidigen Frage fähig war, verflucht sie ihn und verweigert jeden weiteren Kontakt. Unmittelbar danach trifft Parzival eine weitere Dame zum zweiten Mal: Jeschute. Indem er Orilus schwört, dass er kein Liebesverhältnis mit ihr hatte, kann er sein Fehlverhalten bei der ersten Begegnung zumindest insoweit korrigieren, dass Jeschute gesellschaftlich rehabilitiert wieder als Gattin aufgenommen wird.

Schließlich erfolgt eine weitere leitmotivische Handlungsvariation: Parzival erreicht die Artusgesellschaft zum zweiten Mal. Artus hatte sich eigens zu dem Zweck, den mittlerweile berühmten 'roten Ritter' zu finden, auf den Weg begeben, und dieses Mal wird Parzival mit allen höfischen Ehren in die Tafelrunde aufgenommen; er hat damit den weltlichen Gipfel der ritterlichen Karriereleiter erklommen. Die Tafelrunde versammelt sich zum gemeinsamen Mahl, doch nur scheinbar sind alle zuvor erzählten Widersprüche, Verfehlungen und internen Rivalitäten vergeben und bewältigt. Außer Parzival wird mit Gawan, Artus' Neffen, hier ein weiterer ritterlicher Held im höfischen Ansehen, seinem Kampfesmut und seiner adligen Würde vom Erzähler ausdrücklich hervorgehoben.

Aber genau in diesem Moment höchster Prachtentfaltung und Selbstbestätigung der idealtypischen adligen Gesellschaft treten zwei Figuren auf, die mit bitteren Verwünschungen und Vorwürfen gegen die Ritterehre ausgerechnet Gawans und Parzivals heitere Stimmung zerstören und das sofortige Ende der festlichen Versammlung bewirken: Die hässliche Gralsbotin Cundrie la Surziere verflucht Parzival, beklagt sein Versagen auf der Gralsburg und kennzeichnet seine Anwesenheit am Artushof als Schande für die ritterliche Gesellschaft insgesamt. Weiterhin macht sie die Runde darauf aufmerksam, dass die ritterliche Welt keineswegs so wohlgeordnet sei, wie es die fröhliche Geselligkeit glauben machen könnte. Cundrie erzählt von der Gefangenschaft vieler hundert adliger Frauen und Mädchen auf der Burg schastel marveile, darunter die nächsten weiblichen Verwandten Gawans und Artus'. Schließlich wird Gawan von Kingrimursel, dem Landgrafen von Schanpfanzun, des heimtückischen Mordes am König von Ascalun bezichtigt und zum Gerichtskampf herausgefordert.

Parzivals oberflächliche Gottesvorstellung zeigt sich darin, dass er sein Versagen auf der Gralsburg auf die mangelhafte Fürsorge Gottes zurückführt, der ja seine Allmacht hätte zeigen können, um Anfortas zu erlösen und damit seinen treuen Diener Parzival vor der schmachvollen Verfluchung durch Cundrie zu bewahren. Wie in einem Lehnsverhältnis kündigt Parzival Gott den Dienst auf; diese Fehleinschätzung des Verhältnisses zwischen Gott und den Menschen steigert sich später zu einem regelrechten Gotteshass.

Der Titelheld verlässt die Tafelrunde umgehend und begibt sich auf eine jahrelange einsame Suche nach dem Gral. Er wird damit auch zur Randfigur der Erzählung der folgenden Bücher, in deren Vordergrund die Aventiuren Gawans stehen.

Gawans Abenteuer in Bearosche und Schanpfanzun (Buch VII–VIII)

Die Parzival- und die Gawan-Handlung variieren dieselbe Grundproblematik aus unterschiedlichen Perspektiven: Beide Protagonisten werden als heldenhafte Ritter immer wieder herausgefordert, die verlorengegangene Ordnung der höfischen Welt wieder herzustellen. Parzival scheitert an dieser Aufgabe regelmäßig, weil seine stufenweise ritterliche Ausbildung und Erziehung sich gegenüber der jeweils folgenden, schwierigeren Aufgabenstellung als unzureichend erweist.

Gawan dagegen verkörpert vom ersten Auftritt an ideales Rittertum. Auch er hat sich zwar bei zunehmend schwierigeren Aufgabenstellungen mit Problemen der höfischen Gesellschaft auseinanderzusetzen; dabei haben alle Schwierigkeiten, in die er gestürzt wird, ihre Ursache in Minne- und Ehrekonflikten. Gawan aber erweist sich als fähig, die daraus erwachsenden Probleme durch Diplomatie und Kämpfe zu lösen, auch wenn er selbst eben nicht – wie umgekehrt wiederum Parzival – in jahrelanger Treue an einer Ehepartnerin festhält.

Auf dem Weg zum Gerichtskampf gegen den Landgrafen von Schanpfanzun Kingrimursel nach Ascalun kommt Gawan an der Stadt Bearosche vorbei und wird Zeuge von Kriegsvorbereitungen: Der König Meljanz von Liz belagert die Stadt seines eigenen Vasallen, weil Obie, die Tochter des Stadtherrn, seine Liebeswerbung zurückgewiesen hat. Kompliziert wird die Situation dadurch, dass Gawan zunächst von Obie völlig unmotiviert mit falschen Anschuldigungen überzogen wird, dass er ein Betrüger sei, dann jedoch nach der Klarstellung vom bedrängten Fürsten um ritterlichen Beistand gebeten wird. Gawans Ritterehre gebietet eigentlich, dieser Bitte zu entsprechen, andererseits will er aber in die Kämpfe nicht verwickelt werden, weil er die Verpflichtung empfindet, rechtzeitig und unversehrt nach Ascalun zu gelangen. Obilot, der kleinen Schwester Obies, gelingt es schließlich mit kindlichem Charme, Gawan zu überreden, als ihr Ritter in die Kämpfe einzugreifen; und Gawan entscheidet den Krieg, als er Meljanz gefangen nimmt. Er zeigt sich als kluger Vermittler, als er der kleinen Obilot den Gefangenen ausliefert und es somit erfolgreich ihr überlässt, Meljanz und Obie miteinander zu versöhnen.

Die zentrale Textpassage, das Liebeswerben Obilots um Gawans ritterlichen Beistand, bekommt einen komischen Akzent durch den extremen Altersunterschied der beiden; Gawan geht im Rahmen der höfischen Konventionen spielerisch auf Obilots Avancen ein. Das nächste Minne-Abenteuer dagegen – Partnerin ist mit Antikonie, der Schwester des Königs von Ascalun, diesmal eine attraktive Frau – entwickelt sich zu einer ernsten Gefahr für das Leben des Helden. Gawan trifft den König Vergulaht, dessen Vater er angeblich erschlagen habe, bei der Jagd, und der König empfiehlt ihn der Gastfreundschaft seiner Schwester in Schampfanzun. Gawans kaum verhülltes sexuelles Begehren und Antikonies offensichtliches Gegeninteresse führt die beiden in eine kompromittierende Situation; als sie entdeckt werden, macht die Stadtbevölkerung gegen die angebliche Vergewaltigungsabsicht Gawans regelrecht militärisch mobil. Weil Gawan unbewaffnet ist, können die beiden sich der folgenden Angriffe nur mühsam erwehren, vollends unhaltbar wird Gawans Lage, als König Vergulaht selbst gegen ihn in den Kampf eingreift.

Gawan hatte allerdings von Kingrimursel freies Geleit bis zum Gerichtskampf zugesichert bekommen; deshalb stellt sich dieser nun schützend vor den Ritter und damit gegen den eigenen König. Die anschließenden heftigen Diskussionen im Beraterkreis des Königs führen zu einem Kompromiss, der es Gawan erlaubt, das Gesicht zu wahren und die Stadt frei wieder zu verlassen: Der Gerichtskampf wird verschoben – er wird schließlich gar nicht mehr stattfinden, da Gawans Unschuld erwiesen wird –, und Gawan bekommt die Aufgabe übertragen, sich an Stelle des Königs auf die Suche nach dem Gral zu begeben.

Parzival bei Trevrizent – Religiöse Unterweisung und Aufklärung (Buch IX)

Wenn der Erzähler hier den Parzival-Faden wieder aufnimmt, sind vier Jahre vergangen seit dem letzten Auftritt des 'Roten Ritters' im Hintergrund der Aventiuren Gawans. An Parzivals Grundhaltung hat sich nichts geändert: Nach wie vor lebt er im Hass auf Gott, der ihm die Hilfe, zu der er nach Parzivals Meinung verpflichtet war, im entscheidenden Moment auf der Gralsburg verweigert hatte; immer noch ist er auf der einsamen Suche nach dem Gral.

Zunächst begegnet Parzival zum dritten Mal seiner Cousine Sigune. Diese lebt ganz der Trauer um ihren verstorbenen Geliebten Schianatulander und hat sich mittlerweile zusammen mit dessen Sarg in einer Klause einmauern lassen; von der Gralsburg aus wird sie mit dem Notwendigsten versorgt. Dass sie inzwischen wieder dazu bereit ist, mit Parzival zu kommunizieren, sich mit ihm auszusöhnen, ist das erste Zeichen für eine mögliche Wende zum Guten im Schicksal des Titelhelden; die Gralsburg kann er allerdings trotz der offensichtlichen Nähe noch nicht finden.

Nochmals einige Wochen später, synchronisiert mit der christlichen Heilsgeschichte an einem Karfreitag, trifft Parzival auf eine Gruppe von Bußpilgern, die ihm entsetzt über seinen Auftritt in Waffen an diesem Tag und seine Abwendung von Gott raten, einen in der Nähe in einer Höhle wohnenden 'heiligen Mann' aufzusuchen, um von ihm Hilfe und Sündenvergebung zu erhalten. Erst diese Begegnung mit dem Einsiedler Trevrizent, einem Bruder seiner Mutter, wie sich herausstellt, bringt die persönliche Entwicklung des Helden – und das heißt: dessen ritterliche Erziehung – zum Abschluss. Die langen Gespräche der folgenden beiden Wochen bei Trevrizent unterscheiden sich deutlich von den vorangegangenen 'Lehrstunden' für den Titelhelden durch Herzeloyde beziehungsweise Gurnemanz. Sie sind wesentlich umfangreicher, aber auch grundsätzlich anders angelegt als die früheren: Indem der Einsiedler in quasi mäeutischen Dialogen mit Parzival die gesamte Problematik erörtert, lässt er diesen selbst zu den entscheidenden Erkenntnissen über die Ursachen seiner desolaten Verfassung kommen.

Trevrizents Beitrag besteht dabei im Wesentlichen aus Fragestellung und Aufklärung: Er erläutert als richtiges Gottesverständnis, dass sich Gott nicht zwingen lasse, Hilfe dem zu gewähren, der sie – wie Parzival – meint einfordern zu können, sondern sie aus göttlicher Gnade und Liebe zu den Menschen heraus dem gewähre, der sich demütig Gottes Willen ergibt. Weiter erklärt der Einsiedler ausführlich die Beschaffenheit und die Wirkungskraft des Grals; zusammengefasst: Es ist ein kostbarer Stein, der lebens- und jugenderhaltende Kräfte besitzt, die jährlich am Karfreitag durch eine aus dem Himmel gespendete Oblate erneuert werden; mitunter erscheint eine Schrift auf dem Stein, die Anweisungen gibt, beispielsweise darüber, wer in die Gralsritterschaft aufgenommen werden soll. Ausdrücklich verneint Trevrizent die Möglichkeit, den Gral durch ritterliche Taten und Kämpfe zu erlangen, wie es Parzival oder inzwischen auch Gawan versuchen. Gralskönig kann nur werden, wer vom Gral dazu berufen wird, und die Gemeinschaft wartet sehnsüchtig auf eine solche Botschaft des Steins, damit Anfortas von seinen Leiden erlöst wird. Trevrizent hebt die Geschichte des Sündenfalls, und insbesondere die Geschichte des Brudermords Kains an Abel, als exemplarisch für die Sündhaftigkeit der Menschheit insgesamt und die Abkehr von Gott hervor. Im Zusammenhang damit wird die Offenbarung von Parzivals Familiengeschichte – Anfortas, der wegen Parzivals Frageversäumnis weiter leiden muss, ist ebenfalls Bruder seiner Mutter, Herzeloyde ist in der Trauer über den Verlust Parzivals gestorben, auch der getötete Ither, in dessen Rüstung Parzival immer noch steckt, war ein Verwandter – zum schwerwiegenden Sündenregister.

Die Tage bei Trevrizent in der spartanisch ausgestatteten Höhle und bei kärglicher Verpflegung werden zur trostreichen Bußübung – als Parzival Trevrizent verlässt, erteilt ihm dieser ganz entsprechend eine Art Laien-Absolution. Damit ist Parzival offenbar von den Sünden seiner Vergangenheit gelöst, diese werden jedenfalls im weiteren Verlauf der Erzählung nicht mehr als Belastung für den Helden thematisiert. Vor allem aber ist er vom Gotteshass befreit.

Gawan und Orgeluse (Buch X–XIII)


Gawain heiratet Orgeluse

Gawan reitet ungefähr 4 Jahre auf der Suche nach dem Gral umher und trifft an einer Linde eine Dame mit einem verletzten Ritter in den Armen. Da er ein gebildeter Ritter ist, kennt Gawan sich auch in der Medizin aus. Er sieht, das die Wunde dem Ritter das Leben kosten könnte, wenn nicht das Blut heraus gesaugt würde. So gab er der Dame ein Rohr aus einem Lindeästchen. So kann sie ihrem Liebsten vor dem Tode retten. Von dem Ritter erfährt Gawan, dass in der Nähe die Burg Logrois sei. Deren hübsche Herrscherin, Orgeluse, viele Ritter um ihre Minne bitten. So reitet er ein Stück weiter und sieht einen Berg mit einer Burg. Auf diesen Berg führt nur ein Rundweg, den Gawan mit seinem Gralspferd Gringuljete beschreitet. Oben angekommen trifft er Orgeluse die ihm gegenüber sehr abweisend ist. Dennoch reiten sie gemeinsam aus und treffen auf Malkreatüre, dem Bruder von Kundry. Gawan warf Malkreatür zu Boden, welcher daraufhin dort liegen blieb. Nach einigem Hohn von Orgeluse gegenüber Gawan ritten sie weiter und Malkreatürs Pferd folgte ihnen. Sie kamen zu der Linde mit dem Ritter und Gawan gab ihm Heilkräuter, die er auf dem Weg gesammelt hatte, natürlich nicht ohne Spott von Orgeluse. Der Ritter sprang auf Gringuljete, sagte dass sei die Rache für den Hohn und den Spott den er durch Gawan an Artus Hof hatte erleiden müssen. Denn dieser Ritter hatte eine Jungfrau misshandelt und geschändet, ohne dass sie die Seinige war. So ritt der Ritter mit seiner Geliebten von Dannen. So blieb Gawan nichts anderes Übrig als auf Malkreatürs Pferd, einem schwächlichen Gaul, weiter zu reiten. Orgeluse verspottete Gawan weiterhin und als sie an ein Fluss kommen, trennen die Beiden sich, als Orgeluse ihn ohne Gawan überquert.

Gawans Kampf gegen Lischoys Gwelljus

Zuerst erblickt Gawan am gegenüberliegenden Ufer eines angrenzenden Flusses das Schloss und seine Bewohnerinnen in den Fenstern. Der Grund für seinen dortigen Aufenthalt ist seine noch unerfüllte Minne zu Orgeluse. Er soll sich dort auf ihren Wunsch hin das Recht auf ein Wiedersehen mit einem Kampf gegen den Ritter Lischoys Gwelljus erstreiten, während sie sich schon auf der Fähre nach Terre marveile befindet. Orgeluse benutzt dabei einen Verweis auf die Zuschauerinnen als Ansporn für Gawan. Dieser Verweis lässt schon darauf schließen dass sich die Handlung in Richtung dieses Schauplatzes verschieben wird.

Beim Fährmann Plippalinot

Der anschließende Sieg über Lischoys wird zwar von den Jungfrauen vom Schloss aus beobachtet, findet aber in der normalen Welt statt. Mit der Überquerung des Flusses übertritt Gawan die Trennlinie zwischen Artuswelt und Terre marveile. Der Fährmann, der ihn übersetzt, heißt Plippalinot und erzählt Gawan später, nachdem er ihn als Gast in sein Haus aufgenommen hat, von Terre marveile; er beschreibt es als ein einziges Abenteuer. Da Gawan sehr interessiert den Fährmann nach Schastelmarveil ausfragt, beginnt dieser ihm weitere Information zu verweigern, da er Angst hat, Gawan zu verlieren.

Durch Gawans Hartnäckigkeit wird eine Parallele zur Parzivalhandlung sichtbar. Parzival versäumt die richtige Frage an der richtigen Stelle, Gawan hingegen fragt wo er nicht fragen soll.

Als Gawan Plippalinot endlich soweit hat und der ihm antwortet, geht Plippalinot davon aus, dass Gawan anschließend kämpfen wird. Deshalb rüstet er den Ritter zuerst mit einem schweren alten Schild aus, bevor er ihm den Namen des Landes nennt und dessen große Gefahren beschreibt. Dabei hebt er bei den Wundern ausdrücklich das Lit marveile (magisches Bett) hervor. Neben dem Schild stattet Plippalinot Gawan noch mit weisen Ratschlägen aus, welche sich später als sehr nützlich erweisen: Gawan soll dem Kaufmann vor den Toren etwas abhandeln und sein Pferd in dessen Obhut geben, im Schloss immer seine Waffen bei sich tragen und sich in abwartender Haltung auf Litmarveile niederlegen.

Genau so wird sich Gawan anschließend verhalten.

Gawan beim Kaufmann

Am Schloss angekommen stellt Gawan fest, dass er die dort angebotene Ware bezahlen kann. Der Kaufmann bietet ihm daraufhin an, auf sein Pferd aufzupassen, damit er sein Glück versuchen kann. Danach geht Gawan durchs Tor und betritt das Schloss, was ihm keiner wehrt. Der riesige Innenhof des Schlosses ist verlassen, ebenso der Rest des Schlosses. Die sich im Schloss befindlichen Damen dürfen Gawan nicht bei seinem Kampf beistehen und somit kann er sich nicht wie es bei den vorherigen Kämpfen meist der Fall war, seine Kraft aus dem Minnedienst holen. Wie etwa in der Schlacht vor Bearosche als er die Minne von Obilot nutzte. Damals war ihre Minne sein Schirm und Schild, was er symbolisch durch das Anbringen eines Ärmels ihres Kleides auf einem seiner Kampfschilde ausdrückte. Hierbei fällt auf, dass der „Schildeinsatz“ in Gawans Minneabenteuer immer eine wesentliche Rolle spielt.

Die Abenteuer im Zauberschloss

Die erste Tücke, die Gawan im Schloss überwinden muss, ist der spiegelglatte Fußboden der von Klingsor höchst persönlich entworfen wurde, aber vor allem das Zauberbett Litmarveile.

Dieser glatte Fußboden scheint den besonders gefährlichen Weg zur Minne zu symbolisieren, welche durch das Bett sehr passend dargestellt ist. Den ersten Versuch, den Gawan unternimmt, Litmarveile zu besteigen, scheitert kläglich. Erst durch einen kühnen Sprung gelangt er schließlich auf das Bett. Dieser Szene ist eine gewisse Komik nicht abzusprechen, sie symbolisiert wohl die, teilweise belustigenden, Bemühungen mancher Männer um Minnedienst.

Als das Bett nun wie wild geworden durch den Raum jagt, um Gawan loszuwerden, zieht der Ritter den Schild über sich und betet zu Gott. Hier befindet sich Gawan in einer Situation, die für einen normalen Menschen ausweglos erscheinen würde, einem hilflosen Moment. Dabei soll wohl auf den gefährlich-demütigenden Aspekt der Minne hingewiesen werden. Da Gawan aber bereits alle Facetten der Minne durchlebt hat, kann er das Bett stoppen. Aber die Gefahren sind noch nicht überstanden. Auch nachdem das Bett bezwungen ist, muss Gawan noch zwei Angriffe, erst von fünfhundert Steinschleudern, dann von fünfhundert Armbrüsten, überstehen. Die fünfhundert Schleudern und fünfhundert Armbrüste symbolisieren nun die mächtige Zauberkraft Klingsors. Hierbei ist die schwere Ausrüstung der Ritter eher hinderlich, sie erfüllt im normalen Kampf zwar ihren Dienst, ist jedoch gegenüber der Minne machtlos. Nun kommt ein in Fischhaut gehüllter Riese in den Saal, welcher Gawan aufs heftigste beschimpft und ihn nebenbei noch auf die darauf folgende Gefahr hinweist. Da der unbewaffnete Hüne kein standesgemäßer Gegner für einen Artusritter zu sein scheint, dient dieser Einschub wohl dazu, einen Bruch in der Art des Angriffs deutlich zu machen.

Der nun herein springende Löwe geht sofort brutal auf Gawan los. Der Löwe setzt Gawan stark zu, doch es gelingt, ihm eine Tatze abzuhacken und ihn schließlich mit einem Schwertstoß durch des Löwen Brust zu töten. Der Kampf gegen den „König der Tiere“ symbolisiert hier wohl den Kampf gegen das Höfische an sich. Gawan bricht nun, verwundet und verletzt, ohnmächtig auf seinem Schild zusammen[1].

Dieses Zusammenbrechen auf dem Schild bedeutet nun das Ende der Gefahren. Das Schloss ist erobert, der Zauberbann gebrochen. Der Schild Gawans im Löwenkampf, welcher für die Verkörperung der höfischen Gesellschaft steht, steht für die Minne. Im Kampf gegen Litmarveile hingegen sind die Rollen vertauscht: Das Zauberbett, welches die Minne verkörpert, ist hier die Gefahr, Gawans Ritterlichkeit sein Schutz.

Warum Gawan?

Gawan gelang es im Gegensatz zu vielen anderen Rittern, all die Gefahren im Schloss heil zu überstehen, weil er in allen Kämpfen mit den passenden Fähigkeiten ausgestattet war. Da wäre erstens: Erfahrenheit in Minneangelegenheiten, und zweitens: taktisches Geschick. Außerdem war er mit den entsprechenden Hilfsmitteln ausgestattet, die da wären: der schwere Eichenschild und das richtige Gebet zur rechten Zeit. Der Schild steht für den rechten Glauben (Eph. 6, 16: „Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen“).

Doch nun etwas zu Klingsors Biographie. Sie wird im Buch durch zahlreiche Einzelberichte aufgedeckt.

Klingsor (Herzog Terra di Lavoro)

Klingsor (auch: Klinschor) wird, als der Herr des Landes, welches „gar aventure“ ist, das erste Mal von Plippalinot beim Namen genannt. Der Schlossherr von Schastelmarveile (Klingsor) tritt bis zur Eroberung der Burg nur im Zusammenhang mit Zauberei auf. Wichtige Details erfährt man bereits von König Kramoflanz. So erschlug dieser, um die Minne der Herzogin (Orgeluse) für sich zu gewinnen, deren Geliebten Zidegast. Nach dieser Tat trachtet die Herzogin ihm nach dem Leben. Sie hatte viele Söldner und Ritter in ihrem Dienst, die sie ausschickte, Kramoflanz zu töten. Unter ihnen befand sich auch der Ritter Anfortas, welcher sich in ihrem Dienste seine Wunde zuzog. Er schenkte Orgeluse auch den prachtvollen Kaufmannstand (welcher nun vor Schastelmarveile steht). Aus Furcht vor dem mächtigen Magier Klingsor übergab sie ihm den kostbaren Kaufmannstand unter der Bedingung, dass ihre Minne und der Stand als zusätzlicher Preis für den Bezwinger der Abenteuer öffentlich ausgesetzt werden. Damit wollte Orgeluse Kramoflanz anlocken und in den Tod schicken.

Allerdings hat auch Kramoflanz kein schlechtes Verhältnis zu Klingsor, da sein Vater Irot diesem den Berg und die acht Meilen Land zur Erbauung von Schastelmarveile schenkte. Und so sah Kramoflanz keinen Grund, Schastelmarveile zu erobern. Bis jetzt erfährt man also, dass Klingsor eine Ausbildung in schwarzer Magie genossen haben muss, dass er andererseits aber auch ein Landesherr ist, dem höfische Umgangsformen nicht fremd sind.

Als Gawan nun die Gunst von Orgeluse erringen konnte, kehrte er nach Schastelmarveile zurück, um die weise Arnive über Klingsor zu befragen. Er wollte wissen, wie es einer fertigbringen konnte mit so einer List zu arbeiten. Von Arnive erfährt Gawan, dass Terremarveile nicht das einzige Gebiet ist worüber Klingsor herrscht bzw. herrschte. Sein Heimatland ist Terre de Labur, und er entstamme aus dem Geschlecht des Herzogs von Neapel. Sie erzählte weiterhin, dass Klingsor vom Stande Herzog sei und in seiner Stadt Capua ein hohes Ansehen genossen haben soll, doch durch eine ehebrecherische Minne zur Königin Ibilis von Sizilien einen enormen Verlust hinnehmen musste, welcher ihn letztendlich zur Zauberei trieb. Er wurde von König Ilbert in flagranti mit dessen Frau ertappt, so dass sich dieser nicht anders zu helfen wusste, als ihn zu kastrieren.

Infolge dieser ihm angetanen Schmach machte sich Klingsor auf den Weg in das Land Persida, wo die Zauberei mehr oder weniger ihren Ursprung hatte. Dort ging er in die Lehre, bis er zu einem großen Zaubermeister geworden war. Der Grund für die Erbauung von Schastelmarveile war Rache. Hiermit wollte Klingsor das Glück aller Angehörigen der höfischen Gesellschaft zerstören um dadurch seine Entmannung zu rächen. Diese Rache versucht er mit Hilfe aller Mittel, über die er dank seiner Zauberkunst Gewalt besitzt, auszuführen. Auf Grund seiner eigenen Schmach und des Scheiterns an der Minne bildet er die Abenteuer zur Bezwingung des Schlosses den Gefahren des Minnedienstes nach. Trotz seines Schwarzmagierlebens bleibt er immer bis zu einem gewissen Grad höfisch, was man, als es um den Übergang von Terremarveile an Gawan geht, sehen kann. Als Gawan Schlossherr über das Land und seine Reichtümer wird, verschwindet Klingsor sowohl aus dem Gebiet als auch aus dem Buch.

Vergleich zwischen Schastel marveile und Munsalvaesche

Im Buch verkörpert Munsalvaesche die Burg Gottes und somit die Gralsburg. Schastel marveile hingegen verkörpert das pure Böse. Beide existieren auf „unserer Welt“, was verdeutlicht, dass in uns alles Böse und Gute enthalten ist. Klingsors zwiespältige Persönlichkeit ist ein weiteres Beispiel dafür. Des weiteren haben Klingsor und Anfortas ein sehr ähnliches Problem. Beide geraten durch den Minnedienst in sehr große Not. Sie verlieren beide ihre Möglichkeit der Fortpflanzung.

Klingsor geht daraufhin den „Weg des Bösen“ und beginnt seinen Rachefeldzug gegen die Minne, anhand von Schwarzer Magie. Anfortas dagegen wendet sich dem Gral zu und schlägt den „Weg der Buße“ ein.

Zusammenfassung

Die Schastelmarveile-Episode vereint mehrere Thematiken miteinander. In ihr werden die Gefahren des Minnedienstes auf mehr oder weniger abstrakte Weise dargestellt. Dabei wird eine zur Parzivalhandlung korrespondierende Szenenbildung durch das Frageverhalten Gawans bzw. Parzivals und durch die spiegelbildliche Darstellung von Klingsor und Anfortas als Gegensatz zwischen Gralswelt und Terremarveile aufgebaut. Wie vorher schon beschrieben, sind sowohl Klingsor als auch Anfortas der Minne erlegen. Während jedoch Anfortas den Weg der Buße wählt, geht Klingsor den Weg der Rache. Der Zauberer wird im Buch aber auch zum Gegenstück zu Kundrie und spiegelt zugleich die negativen Effekte von Orgeluses Rachegelüsten, welche in den Förmlichkeiten der höfischen Gesellschaft wurzeln. Kurz gesagt: Klingsor steht für alle Fallen, in die ein Angehöriger des Hofes tappen kann. Durch Gawans Sieg im Schloss wird allerdings deutlich gemacht, dass ein rechtschaffener und perfekt höfischer Ritter (wie Gawan es ist) diese Fallen umgehen kann. Klingsor verschwindet danach aus dem Buch und mit ihm alle negativen Seiten der Personen.

Gawan und das Zauberschloss Klingsors: Details und Interpretation

Von dem, was oben bereits geschildert wurde, hier die Einzelheiten und eine abschließende Interpretation:

Eines Morgens sieht Gawan im strahlenden Sonnenlicht Schastelmarveil vor sich liegen. Der Fährmann, der ihm begegnet, gibt nur ungern Auskunft über dieses Zauberschloss. „Wenn Ihrs durchaus wissen wollt, so hört, dass Ihr hier in Klinschors Zauberlande seid. Die Burg dort ist das Zauberschloss. Vierhundert Frauen werden darin durch Zauberkünste gefangen gehalten. In der Burg steht ein Wunderbett, das bringt alle in große Not. Noch viele andere Gefahren sind dort zu bestehen. Oft schon haben Ritter versucht, die Frauen zu befreien, aber noch nie ist einer von ihnen lebend zurückgekommen.“

Schastelmarveil ist das Gegenbild der Gralsburg. Wie die Gralsburg eigentlich nicht auf der Erde, sondern in der geistigen Welt zu suchen ist, so auch das Zauberschloss Schastelmarveil. Aber es sind verschiedene Welten: Die Gralsburg stellt die lichte Welt dar, Klingsors Zauberschloss repräsentiert die Welt der dunklen Kräfte. Schon an der Stelle, wo Gawan sich vom Fährmann über den Strom setzen lässt, betreten wir eigentlich die übersinnliche Welt. Der Fährmann entspricht dem Totenfährmann der griechischen Mythologie. Denn der Fährmann verlangt von den Rittern, die er übersetzt, gewöhnlich die Pferde. Das Pferd ist hier Sinnbild für den Körper. Denn unser Körper ist gleichsam das Reittier, mit dem wir uns über die Erde hinbewegen (-> Sekundärliteratur). Wenn Gawan, bevor er an jenen Strom kommt, Malkreatur, dem Bruder Kundries, begegnet, so ist auch das ein Hinweis darauf, dass Gawan nun die Grenze zur übersinnlichen Welt überschreitet. Wie Kundrie zur Gralsburg gehört, so gehört Malkreatur zu Klingsors Schloss. Gawan wird mit Malkreatur leicht fertig, während Parzival mit Kundrie nicht fertig wird. Parzival steht Kundrie hilflos gegenüber und wird von ihr verflucht. Gawan hingegen bezwingt Malkreatur und nimmt ihm das Pferd. Er hat ein reines Gewissen und braucht die Begegnung mit dem eigenen niederen Ich nicht zu scheuen. Das ist auch ein Hinweis darauf, dass Gawan die weiteren Abenteuer in der dunklen Welt Klingsors bestehen wird. Klingsor war Herzog von Capua und Neapel. Er verführte die Gemahlin des Königs von Sizilien zum Ehebruch, wurde dafür von jenem König kastriert und musste in Zukunft auf Frauenliebe verzichten. Danach ergab er sich der schwarzen Magie. Um sich für die erlittene Schmach zu rächen will Klingsor möglichst viele Frauen unglücklich machen. Er bindet und fängt sie und sperrt sie in sein Schloss Schastemarveile. Gawan will nun diese Frauen befreien, so wie er auch die in der Nähe lebende Orgeluse mit seiner Liebe erlösen will. Er hört vom Fährmann, dass dieser tags zuvor einen roten Ritter über den Strom gesetzt hat, der fünf andere Ritter überwand, und dass er von ihm deren Rosse geschenkt bekam. Da taucht also wieder Parzival - der rote Ritter! - in der Gawangeschichte auf. Doch zieht er achtlos an dem Zauberschloss vorbei und fragt nur nach dem Gral. Mit großer Sorge entlässt der Fährmann nun Gawan, als der zum Zauberschloss aufbricht. Bald steht Gawan vor dem Schloss. Dem Krämer überlässt er sein Pferd und geht durch das große Eingangstor. Im Schloss ist niemand zu sehen und so durchschreitet er viele Gänge und Zimmer bis er schließlich in einen hochgewölbten Säulensaal kommt, wo er das Wunderbett entdeckt, von dem ihm der Fährmann erzählt hatte. Es rollt herum, und immer wenn Gawan sich ihm nähert, weicht es ihm aus. Als es mal wieder in seine Nähe kommt springt er schließlich mit Schwert und Schild hinein. Nun geht eine rasende Fahrt los. Das Bett saust mit Getöse von Wand zu Wand, dass die ganze Burg erdröhnt. Gawan deckt sich mit seinem Schild zu und befiehlt sich in Gottes Schutz. Durch seine innere Ruhe und sein Gottvertrauen bringt er das Bett zum Stehen.

Die zweite Gefahr bedroht Gawan aus der Luft. Fünfhundert Wurfschleudern überschütten ihn mit ihren Geschossen, dazu kommen noch fünfhundert Pfeile von Armbrüsten. Trotz des guten Schildes trägt der Held Wunden davon.

Die dritte Gefahr, der in Fischhaut gehüllte Riese, weist Gawan auf seine nächste Aufgabe hin: Den nun herein springenden Löwen tötet der Ritter mit einem Stich durch dessen Brust.

Die vier Aufgaben stellen die vier Elementarreiche, Erde, Wasser, Luft und Feuer dar. Da diese auf Klingsors Schloss durch dunkel-dämonische Triebkräfte verhext und verbannt sind, müssen sie durch Gawans Aufgaben erst geläutert und entzaubert werden, sodass die vierhundert Frauen erlöst werden können, das Schloss aber, und das umliegende Land, an Gawan übergehen kann. Gawan stirbt dabei fast an seinen Wunden und kann nur von den Frauen des Schlosses geheilt werden.

Parzival und Feirefiz (Buch XV–XVI)

Zweikampf zwischen Parzival und dem Heiden Feirefiz (UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 339, I. Buch, Blatt 540v.)

Zweikampf zwischen Parzival und dem Heiden Feirefiz (UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 339, I. Buch, Blatt 540v.)

Parzival trifft im Walde auf einen heidnischen (römischen) Ritter von unvergleichbarer Macht - 25 Länder dienen ihm - und Pracht, mit edelstem Herzen auf der Suche nach Ehre und Ruhm; aus der Minne zu seinem Weibe Sekundille speist sich seine Kraft. Parzival lebt durch Konwiramur, seinem vertrauten Weibe, des Grales Segen und seine Söhne. Es kommt zum Kampfe zweier ebenbürtiger - der Getaufte gegen den Heiden, Söhne desselben Vaters, seltsam vertraut und doch einander nicht bekannt: zwei, die in Wahrheit einer sind. Parzival zerschlägt sein Schwert Gahavieß auf des unerkannten Bruders Helm - das Schwert, das er halb Narr vom toten Ither nahm und gottgewollt als Leichenraub nicht taugen sollte. Hier bietet ihm der Gegner Frieden an, denn Ruhm kann er an dem nun Unbewaffneten nicht mehr gewinnen, mehr noch, auch er entledigt sich seines Schwertes. Den Worten Parzivals vertrauend entblößt Feirefiz sein Haupt, gibt sich seinem Bruder zu erkennen: Feirefiz, schwarz und weiss durcheinander wie ein beschriebenes Pergament, von der Farbe der Elster, wie Eckuba ihn ihm beschrieb. Ein Kuss zwischen den Brüdern besiegelt ihren Frieden und Feirefiz findet nach Tagen der Freude Aufnahme in Artus' Tafelrunde.

Vermummt tritt Kundrie la Surzière auf, jene, die einst Parzival verwünschte als er bei Anfortas zu Gaste war und diesen von seinem Leiden nicht erlöste. Nun bittet sie, dass er ihr verzeihe. Parzival bezwingt seinen Hass und soll nach Munsalwäsche ziehen, Anfortas durch Fragen von dessem Leide zu befreien. Von Parzival nimmt sie den Fluch:

Alles, was im Umkreis der Planeten ist und was ihr Glanz bescheint, ist Dir zu erreichen und zu erwerben bestimmt. Dein Schmerz muss nun vergehen. Nur allein das gierige Ungenügen schliesst Dich aus der Gemeinschaft aus, denn der Gral und des Grales Kraft verbieten Dir unaufrichtige Freundschaft. Du hattest Dir in der Jugend die Sorge grossgezogen, aber die nahende Freude hat sie um ihre Hoffnung gebracht. Du hast der Seele Ruh' erstritten und des Lebens Freude in Sorgen erharrt.

Parzival sei vorbestimmt, König des Grals zu sein. Sie reiten, begleitet von Feirefiz, Anfortas zu erlösen.

Nur zwei Wege gibt es, Anfortas von seinem Leide zu befreien. Ihn sterben zu lassen verwehren ihm seine Getreuen, die ihm Mal und Mal Kraft durch den Gral in der Hoffnung auf Erlösung geben. Dies ist der Weg, den Anfortas Parzival offenbaren kann: er solle ihn vom Gral fernhalten. Der andere Weg ist die erlösende Frage aus dem Munde des Mannes, dem dort all seine Freude zerronnen war und dem nun alle Sorge vergangen ist: Oheim, was wirret Dir?, die Anfortas durch die Kraft des Herrn gesunden lässt.

Parzival macht sich auf zum Lager seiner Frau und seiner Kinder, die er seit Jahren nicht gesehen hat. Als Gralskönig hat er schier unendlichen Reichtum, Land und Macht. Die ererbten Lehen seines Vaters gibt er an seinen Sohn Kardeiß weiter, der dann (noch Kind) König dieser Länder ist. Mit seinem angetrauten Weibe und seinem Sohn Loherangrin kehrt er noch am selben Tage nach Munsalwäsche zurück.

Auf der Gralsburg wird der Gral auf Achmardisseide von der Jungfrau Repanse de Schoye, Schwester des Anfortas, in den Festsaal getragen, wo er wundersam alle Gefäße mit Speisen und Getränken füllt. Der bunte Heide Feirefiz kann den Gral nicht sehen, denn er darf nicht wollen, dass die Augen des Heiden ohne die Kraft der Taufe die Kameradschaft derer erlangen, die den Gral anschauen. Feirefiz' Aufmerksamkeit gilt Repanse, zu der seine Minne entbrennt und Sekundille vergessen macht. Parzival, Burgherr und Gralskönig, trägt Feirefiz die Taufe auf, will er von Repanse Minne fordern: Jupiter soll er verlieren, Sekundille fahren lassen.

Feirefiz willigt in die Taufe ein, wenn er nur das Mädchen bekommt: Wenn es mir gut ist gegen Ungemach, so glaube ich, was Ihr [der Priester] gebietet. Wenn ihre Minne mich belohnt, so tue ich gern Gottes Gebot. Er wird getauft; der Gral erscheint nun auch vor seinen Augen.

Nach Tagen bringt Kundrie große Neuigkeit: der Tod habe Sekundille geholt. Nun wird auch Repanse wirklich froh, die, die vor Gott ohne Falsch war.

Loherangrin wuchs zu einem starken Manne heran.

Quelle: Wikipedia

Lohengrin

Die Lohengrin-Sage ist die Fortsetzung der Parzival-Sage.

Als Sohn von Parzival war Lohengrin das Leben eines Gralsritters vorausbestimmt. Mit dem "Gralswunder" erwählt ihn der Gral zum Beschützer von Elsa, einer in Not geratenen Königstochter. Elsas Vater, der König von Brabant, war gestorben, ohne einen männlichen Thronerben zu hinterlassen. Auf dem Sterbebett hatten alle seiner Tochter Elsa die Treue geschworen. Doch Graf Telramund erkennt nach dem Tod des Königs Elsas Herrschaft nicht an und behauptet stattdessen, er habe dem König versprochen, Elsa zu heiraten und selbst König zu werden. Plötzlich erscheint Lohengrin in schimmernder Ritterrüstung auf einem Kahn, den ein silberner Schwan zieht. Er ficht in einem Zweikampf gegen Telramund für Elsas Recht und besiegt seinen Gegner.


Das Gralswunder – die Erwählung Lohengrins zum Beschützer der Königstochter Elsa aus Brabant. Wandbild von Wilhelm Hauschild 

Danach heiratet der Schwanenritter vom Heiligen Gral die Königstochter Elsa. Bevor Lohengrin seine schöne Frau heimführt, erinnert er sie an das Gelöbnis, an das er gebunden ist durch das Gebot seines Ritterordens: "Niemals darfst du mich nach meiner Herkunft fragen, Elsa", sagt er mahnend, "niemals. Brichst du dieses Gelöbnis, so bin ich dir auf immer verloren!" Nachdem schon zwei Kinder herangewachsen sind, wird die Neugier doch so groß, dass Elsa die verhängnisvolle Frage stellt. Der Schwan, mit dem Lohengrin gekommen war, taucht wieder auf und bringt Lohengrin zurück zur Gralsburg, damit er sein Gelöbnis, edlen Menschen in ihrer Bedrängnis beizustehen, erfüllen kann.


Lohengrins Ankunft, Teppichgemälde von A. v. Heckel, 1880/81.

 

Quelle: www.neuschwanstein.de

Tristan und Isolde

Die Erzählung von Tristan und Isolde ist neben der vom Gral oder der von König Artus und seiner Tafelrunde einer der Stoffe, die von der erzählenden Literatur des europäischen Mittelalters häufig bearbeitet wurden. Zahlreiche Dichter unterschiedlicher Volksliteraturen – besonders in Frankreich und Deutschland – haben ihr dichterisches Können an der Gestaltung dieses spannungsreichen Stoffes erprobt.

Tristan, ein vermeintlich besonders tugendhafter Ritter, hat den Auftrag, die schöne Königstochter Isolde von Irland ihrem zukünftigen Ehemann Marke, dem König von Cornwall, zuzuführen. Während der Überfahrt nach Britannien trinken die beiden versehentlich von einem eigentlich für Isolde und Marke bestimmten Liebestrank. Tristan und Isolde verlieben sich sofort unsterblich ineinander. In der Folgezeit brechen die Liebenden alle gesellschaftlichen und religiösen Gesetze, ziehen Verderben auf sich selbst und die Menschen in ihrem Umfeld. Nach mehreren, immer unwahrscheinlicheren abenteuerlichen Verstrickungen erliegt das Liebespaar schließlich einer Täuschung, infolge derer zunächst Tristan und gleich darauf vor Kummer auch Isolde stirbt.

Ursprung

Der Ursprung der Tristan-Legende lässt sich nicht zuverlässig rekonstruieren; neben zahlreichen anderen Entstehungsideen erscheinen vor allem ein orientalischer Ursprung, ein germanischer Ursprung und ein keltischer Ursprung als möglich.

Dabei gilt insbesondere die keltische Ursprungstheorie als wahrscheinlich, da es hier lokale und historische Bezüge gibt. So hat man etwa in Cornwall eine Stele aus dem 6. Jahrhundert mit der Inschrift „DRVSTANVS“ gefunden. Aus keltischen Lais ging der Stoff vermutlich zunächst über in nordfranzösische und anglonormannische Spielmannsdichtungen. Sie sind allesamt nur fragmentarisch überliefert, so auch die im 12. Jh. entstandenen Romane von Béroul und die kunstvollere Bearbeitung des Thomas von England (eines Anglonormannen) sowie eine in seiner Existenz umstrittene Tristan-Fassung Chrétiens de Troyes (ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert). Von hier aus fand die Sage den Weg in die spanische, italienische deutsche, skandinavische, slawische und sogar in die griechische Literatur[1].

Insgesamt kann man davon ausgehen, dass sich der Stoff im Laufe der Jahrhunderte aus den verschiedensten Quellen entwickelt hat, so dass es keinen exakten Ursprungstext gibt.

Quelle: Wikipedia, Bild: Avalon-Tarot, Neue Erde 1997


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